Was es am Tag des offenen Denkmals im Landkreis Heidenheim alles zu entdecken gibt
Alte Mühlen, Schlösser, historische Handwerksbetriebe und Einblicke in eine verborgene Welt unter der Erde: Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, können Besucherinnen und Besucher auch im Landkreis Heidenheim besondere Orte entdecken. Unter dem bundesweiten Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur – historische Bauten, die uns bewegen und verbinden“ öffnen zahlreiche Denkmäler ihre Türen.
Heidenheim neu entdecken
Auch die städtischen Museen in Heidenheim beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals. Von 11 bis 17 Uhr können die Historischen Museen und das Kunstmuseum bei freiem Eintritt entdeckt werden. Neben verschiedenen Führungen gibt es Workshops und Mitmachangebote für Kinder und Familien.
Im Museum für Kutschen, Chaisen und Karren steht um 15 Uhr bei einer Familienführung mit Manfred Lohmüller die Mobilität vergangener Jahrhunderte, im Mittelpunkt. Dabei erfahren die Besucher, wie die Menschen früher reisten und ihre Waren transportierten.
Im Museum Schloss Hellenstein beginnt um 11 Uhr eine Kuratorenführung mit Dr. Martin Burkhardt und Uwe Siedentop durch die Ausstellung „Alte Heimat, neue Heimat?“. Von 12.30 bis 15.30 Uhr können Kinder bei der Aktion „Hoch zu Ross“ mit Anna De Lucia-Diller eigene Steckenpferde gestalten. Außerdem können sich die kleinen Besucher verkleiden. Um 13.30 Uhr führt Jane Marsen durch das Schloss und die Ausstellung „Rasender Stillstand“, die sich mit historischer Zeitmessung beschäftigt.

Im Museum im Römerbad geht es um 12 Uhr zunächst kreativ zu: Bei „Pontonium – Ein Schiff für die Brenz“ können Besucher mit Daniel Spaziano ein römisches Flachbodenschiff als Papiermodell bauen. Um 15 Uhr nimmt Karl-Heinz Kocka die Teilnehmer bei einer Führung zur „Tabula Peutingeriana“ mit auf eine Reise durch das Römische Reich und nach Aquileia, dem römischen Heidenheim.
Auch das Kunstmuseum im ehemaligen Volksbad bietet Programm. Um 11.15 Uhr führt Jane Marsen durch das Museum und die Ausstellung „Die ganze Zeit“, in der sich 13 künstlerische Positionen mit Zeit, Macht und Kontrolle im Zuge der Industrialisierung beschäftigen. Von 14 bis 17 Uhr lädt das Kiku-Team in der Kiku-Werkstatt zu einer experimentellen Druckwerkstatt ein. Unter dem Motto „Jugendstil, Art Deco und noch mehr Muster“ können die Teilnehmer eigene Muster gestalten.
Das Jagdschlössle in neuem Licht
In Schnaitheim öffnen die Orts- und Heimatfreunde das historische Jagdschlössle. Am Sonntag gibt es dort um 11 Uhr, 14.30 Uhr und 15.30 Uhr Führungen durch das Gebäude.
Im Archiv des Vereins sind zahlreiche Schwarz-Weiß-Bilder aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die die Veränderung Schnaitheims zeigen. Mit moderner KI-Technik hat Mitglied Hans-Peter Theilacker diesen Bildern ein neues Aussehen verliehen und durch Farbe etwas an Lebendigkeit gegeben. Die Ausstellung „Damals in Schnaitheim – Farbe macht’s möglich“, die am Samstag, den 12. September, um 16 Uhr eröffnet wird, umfasst etwa sechzig Fotografien. Auch am Sonntag, 13. September, von 11 bis 17 Uhr, am Samstag, 19. September, von 15 bis 17 Uhr und am Sonntag, 20. September, von 15 bis 17 Uhr kann die Ausstellung begutachtet werden.
Mühlrad und Schlossleben in Giengen
In Burgberg öffnet der Historische Mühlenverein von 11 bis 17 Uhr die Alte Mahlmühle von 1344 und das dazugehörige Museum. Im Mittelpunkt steht das Mühlrad mit einem Durchmesser von sechs Metern und dem dazugehörigen Mahlgang. Bei den Führungen, die an diesem Tag angeboten werden, kann man mehr über das Müllerhandwerk erfahren.
Ob mit oder ohne Besichtigung, ist an diesem Tag auch die Gelegenheit zur gemütlichen Einkehr gegeben. In und um den Mühlenstadel werden Mitglieder des Historischen Mühlenvereins die Gäste mit Leckereien zum Mittagstisch sowie Kaffee, Kuchen und diversen Getränken bewirten.
Auch Schloss Kaltenburg in Hürben beteiligt sich am Denkmaltag. Bei laufenden Führungen können Besucher die Burganlage erkunden. Für Unterhaltung sorgen unter anderem ein Dudelsackspieler von 11 bis 12 Uhr, die Württemberger Ritter ab 12 Uhr sowie Unterhaltungsmusik von 13 bis 15 Uhr. Außerdem ist eine Falknerin vor Ort. Die Burgküche bietet Flammkuchen, Grillwürste, Getränke sowie Kaffee und Kuchen an. Die Veranstaltung findet nur bei gutem Wetter statt.
Mit der „Schättere“ ins Denkmal
Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, öffnet auch der denkmalgeschützte Bahnhof Dischingen von 10 bis 17 Uhr seine Türen. Besucher können bei Führungen den weitgehend original erhaltenen Bahnhof aus den 1960er-Jahren erkunden und unter anderem den Fahrkartenschalter, den Warteraum und den Güterschuppen entdecken. Eine Modellbahnanlage im Maßstab 1:22,5 zeigt zudem Fahrzeuge und Gebäude der historischen Härtsfeldbahn.

Die Anreise ist mit der „Schättere“ bis Katzenstein und einem historischen Bus nach Dischingen möglich. Der jeweils erste und letzte Zug verkehrt mit Diesellok D4 „JUMBO“ und den Holzklassewagen. Im Anschluss an und zu den Zügen pendelt ein historischer Omnibus zwischen der derzeitigen Endstation Katzenstein und dem Bahnhof Dischingen. Für das leibliche Wohl sorgt der Faschingsverein gegenüber dem Bahnhof. Der Eintritt zum Bahnhof ist frei, für die Zug- und Omnibusfahrten muss der übliche Unkostenbeitrag entrichtet werden. Auch Fahrräder und Kinderwagen werden gratis befördert – soweit Platz in den Güterwagen ist.
Auf den Spuren von Geschichte in Königsbronn
Auch in Königsbronn können Interessierte gleich mehrere historische Orte kennenlernen. Die Gemeinde lädt gemeinsam mit dem Kulturverein Königsbronn dazu ein, historische Gebäude zu besichtigen und mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen, die sich für den Erhalt des kulturellen Erbes einsetzen.
Führungen gibt es jeweils um 14 Uhr und um 15.30 Uhr an vier Stationen: in der Georg-Elser-Gedenkstätte an der Herwartstraße, im historischen Flammofengebäude an der Frauentalstraße, in der Feilenschleiferei an der Brenzstraße sowie im Kannenmuseum mit Café im Klosterhof. Die Führungen dauern jeweils etwa 45 bis 60 Minuten. Eintritt und Teilnahme sind an diesem Tag kostenlos.
Abtauchen in die Brenzhöhle
Parallel zum Tag des offenen Denkmals findet am 13. September erstmals der internationale Unesco-Tag für Höhlen und Karst statt. Die Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim gibt deshalb von 10.30 bis 17 Uhr im kleinen Saal der Hammerschmiede Königsbronn Einblicke in die Welt unterhalb des Brenztopfs.
Im Mittelpunkt steht dabei das Forschungsprojekt Brenzhöhle. Inzwischen sind mehr als 1000 Meter Höhlenstrecke dokumentiert. Die Forscher gewinnen dort unter anderem neue Erkenntnisse über Geologie, Hydrologie und Paläontologie. Mit Bildern und Videos zeigen sie Bereiche, die normalerweise verborgen bleiben. Außerdem wird die spezielle Ausrüstung vorgestellt, die bei den anspruchsvollen Forschungstauchgängen zum Einsatz kommt.
Radtour nach Bächingen
Eine etwas andere Verbindung von Landschaft und Geschichte bietet eine geführte Radtour zur Brenz-Aue bei Bächingen. Naturschutzbeauftragter Ulrich Kastler führt am Sonntag ab 14 Uhr mit dem Fahrrad zu den Wasserbüffeln. Treffpunkt ist am Torbogen des Schlosses Brenz.
Während der Tour geht es um die ökologische Bedeutung der Brenz-Aue, die Landschaftspflege durch die Wasserbüffel und aktuelle Naturschutzmaßnahmen. Die Strecke ist leicht zu bewältigen und damit für alle Altersgruppen geeignet. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Radtour findet nur bei trockener Witterung statt.
