Handball-Verbandsliga

SHB-Trainer Sebastian Schmid mit deutlicher Ansage: „So haben wir in der Liga nichts zu suchen“

36:36, ein Punkt auswärts! Eigentlich könnte man stolz darauf sein und sich entsprechend freuen. SHB-Trainer Sebastian Schmid war aber angesichts der gezeigten Leistung seiner Mannschaft beim TV Gerhausen eher enttäuscht. Was den 46‑Jährigen auf die Palme brachte und was er für die nächsten Aufgaben hofft:

Vor knapp zwei Jahren hatte Sebastian Schmid sein erstes Punktspiel als Trainer der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB) ebenfalls in der Dieter-Baumann-Halle beim TV Gerhausen. Damals gewann seine Mannschaft die Partie und stieg am Saisonende auf. Dieses Mal waren die Voraussetzungen wegen einer durchwachsenen Vorbereitung und erheblicher Personalsorgen schwieriger.

Vor knapp 400 Zuschauern erwischte die SHB einen guten Start und führte nach fünf Minuten 5:2. Danach verlor die Mannschaft jedoch den Zugriff. „Ich weiß nicht, warum wir dann in der Abwehr nicht mehr aggressiv waren und den Gegner nicht weiter unter Druck setzten“, sagte Schmid. Gerhausen drehte die Partie und lag mit 12:9 vorn. Eine Auszeit beruhigte das Spiel der Gäste. Zur Pause führten die Gastgeber dennoch 20:17.

Die SHB vergibt den möglichen Sieg

Die vielen Gegentore waren auch Thema der Halbzeitansprache von Schmid und Co-Trainer Michael Kling. Nach dem Wechsel blieb die Begegnung ausgeglichen. Gerhausen verteidigte seinen kleinen Vorsprung zunächst geschickt und beantwortete die Treffer der Blau-Weißen regelmäßig. Erst knapp zwölf Minuten vor Schluss kam der SHB besser ins Spiel. Spielmacher Lars Braun ging voran, Daniel Mezencev erzielte knapp acht Minuten vor dem Ende die 31:30‑Führung. In der Schlussphase entwickelte sich eine Nervenschlacht. Zwei Sekunden vor Schluss verhinderte der Gerhauser Torhüter mit einer Parade gegen einen freien Wurf den SHB-Sieg, so dass es beim 36:36 blieb.

Ich bin enttäuscht, wie wir gespielt haben, und ich hoffe, dass es alle verstanden haben.

Sebastian Schmid, Trainer der SHB

„Wir nehmen den Punkt zwar gerne mit, aber ich kann nicht sagen, dass ich glücklich darüber bin“, sagte Sebastian Schmid. Er kritisierte vor allem die Einstellung seiner Mannschaft: „Ich verstehe nicht, wie wir zweieinhalb Monate trainieren können, um dann 45 Minuten nichts davon umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.“ Erst in der Schlussphase habe sein Team gezeigt, wozu es fähig sei. „Erst am Ende spielen wir, was wir können, und drehen das Spiel noch fast. Ich bin enttäuscht, wie wir gespielt haben, und ich hoffe, dass es alle verstanden haben“, so der SHB-Trainer.

Positiv bewertete Schmid lediglich die kämpferische Einstellung zum Ende. „Ich werde die Lehren aus dem Spiel ziehen, denn so haben wir in der Liga nichts zu suchen. Wir müssen vor allem in der Abwehr künftig leidenschaftlicher und mit mehr Lust auftreten.“ Im Heimspiel gegen Denkendorf hofft er auf eine entschlossenere Leistung.

Namen und Zahlen zum Spiel

SHB: Gehringer und Bader im Tor; Buntz (1), Mannbeiß (2), Hauser (6/1), T. Kraft (3), Ruoff (3), Braun (6), Lindenmaier, Englisch, R. Kraft (1), Hoke (2), Mezencev (6), Soderer (5), Akermann (1/1)

Zeitstrafen: SHB 2 (T. Kraft, Soderer); TV Gerhausen 2

Strafwürfe: SHB 3 (2 verwandelt); TV Gerhausen 3 (2 verwandelt)

Zuschauer: 400