Trotz Rückkehr von Top-Stürmer Neo-Fähnle: Warum die TSG Giengen sich der SG Königsbronn / Oberkochen geschlagen geben musste
Die SG Königsbronn/Oberkochen hat das Verfolgerduell bei der TSG Giengen mit 4:1 gewonnen und bleibt damit dem Tabellenführer Schnaitheim auf den Fersen. Im Giengener Stadion waren die Voraussetzungen für ein richtungsweisendes Spiel in der Fußball-Kreisliga A3 gegeben: Bei 24 Grad und vor mehr als 100 Zuschauern trafen zwei Mannschaften aufeinander, die in der Tabelle weiter nach oben wollen. Der Platz war hart, aber gut bespielbar.
Giengen wollte mit einem Sieg an der SG vorbeiziehen und in der Liga ein Ausrufezeichen setzen. Trainer Kevin Jander konnte dabei wieder auf seinen Top-Stürmer Neo Fähnle zurückgreifen, der nach einer Kapselverletzung zumindest auf der Bank saß. Die Gäste reisten dagegen mit Verletzungssorgen aus dem vorangegangenen Spiel an.
Zunächst hatte jedoch die TSG Giengen mehr vom Spiel. Die Gastgeber bestimmten das Geschehen und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten, ließen diese aber ungenutzt. Gerade in dieser Phase hätte Giengen nach Ansicht seines Trainers die Grundlage für ein anderes Spiel legen können. Statt einer Führung für die Heimmannschaft nutzten die Gäste ihre ersten Gelegenheiten konsequent.
Die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit war für mich der Knackpunkt, denn wir waren überlegen und machen die Dinger nicht.
Kevin Jander, Trainer der TSG Giengen
„Die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit war für mich der Knackpunkt, denn wir waren überlegen und machen die Dinger nicht“, ärgerte sich der 36-Jährige nach dem Spiel. Janders Einschätzung bezog sich vor allem auf den Spielverlauf vor der Pause: Giengen war zwar die aktivere Mannschaft, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Die SG wartete dagegen geduldig auf Räume und Umschaltsituationen.
Diese Herangehensweise ging früh auf. In der 10. Minute traf Felix Lindner nach einem Konter zur Führung für die Gäste. Der Flügelflitzer nutzte die sich bietende Gelegenheit und setzte damit einen ersten Rückschlag für die zuvor spielbestimmende TSG. Giengen musste anschließend weiter nach vorne spielen, ohne die eigene Defensive zu vernachlässigen.
Nur zehn Minuten nach dem Führungstreffer folgte der nächste Nackenschlag. Tizian Cariati schloss einen weiteren Konter zum 2:0 ab. Die SG spielte ihre Umschaltsituationen in dieser Phase effizient aus, während Giengen trotz der größeren Spielanteile ohne Ertrag blieb. Für die Gastgeber ging es nun darum, Ruhe in das Spiel zu bringen und zugleich die Abwehr wieder zu stabilisieren.
Tizian Cariati von der SG Königsbronn/Oberkochen war Spieler des Spiels
In der zweiten Halbzeit brachten die Gastgeber mit Neo Fähnle weitere Offensivqualität und dieser traf in der 61. Minute mit einem schönen Schuss ins lange Eck zum Anschluss. Der Jubel über das Tor des Rückkehrers währte aber nicht lange. Nur zwei Minuten später knallte Gästestürmer Ramon Renko den Ball nach einem schönen Spielzug aus fünf Metern in die Maschen. Giengen warf alles nach vorne und das Spiel wurde insgesamt auch hitziger. Max Linder prallte in der 80. Minute unglücklich mit seinem Bruder Felix zusammen und musste mit einer Bänderverletzung ausgewechselt werden. Die Gäste spielten aber konzentriert weiter und ließen Giengen nicht mehr herankommen. In der Nachspielzeit setzte der Mann des Spiels, Tizian Cariati, zu einem schönen Sololauf über 40 Meter an und markierte unter großem Jubel den 4:1‑Endstand für seine Farben.
Giengens Trainer Kevin Jander war nach dem Spiel nur bedingt enttäuscht. „Wir waren heute nicht die schlechtere Mannschaft, aber leider nicht abgezockt genug“, so der 36-Jährige, der anfügte: „Es wird sicher bald wieder besser laufen, denn die Liga wird weiterhin sehr ausgeglichen bleiben.“ Auf das Comeback seines Top-Torjägers Neo Fähnle angesprochen meinte Jander: „Eigentlich war es noch zu früh, ihn zu bringen, aber weil wir die Chancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt haben, habe ich ihn gebracht und er hat ja auch gleich getroffen.“
Solche ekligen Spiele müssen wir auch erst mal gewinnen.
Mersad Haskovic, Trainer der SG Königsbronn/Oberkochen
Mersad Haskovic freute sich verhalten über den Sieg. „Solche ekligen Spiele müssen wir auch erst mal gewinnen, aber ich habe wieder einen Ausfall zu verzeichnen“, so der SG-Coach, der weiß, warum seine Mannschaft gewonnen hat. „Wir waren heute einfach erfahrener und abgezockter als Giengen. Sie hatten sicher mehr Ballbesitz und haben das Spiel gemacht, aber der letzte Punch im letzten Drittel hat bei ihnen gefehlt.“ Dennoch lobte er den Gegner: „Giengen ist eine tolle junge Mannschaft mit guten fußballerischen Fähigkeiten und einem guten Trainer. Hier entsteht etwas Gutes“, ist sich der 38‑Jährige sicher. Auf die Frage, wo es diese Saison mit seiner Mannschaft hingehen soll, meinte Haskovic. „Wir schauen Woche für Woche, was am Ende herauskommt, wird man sehen. Es ist noch zu früh, um zu spekulieren.“
Namen und Zahlen zum Topspiel
TSG Giengen: Hübert im Tor; Weiss, Lotterer (65. G. Alzaibak), Alzaibak, Kuhn, Özdemir (77. A. Dercho), Dercho, Thieringer, Arslanovic, Reiter (46. Fähnle), Kolb
SG Königsbronn/Oberkochen: Brendel im Tor; F.Lindner, Mehlhorn (51. Schubert), Leister, Renko, Hirsch (85. Dolu), Cariati, Mager, Burgert, Kröhl, M.Lindner (80. Hessenauer)
Gelbe Karten: TSG Giengen 1; SG Königsbronn/Oberkochen 1
Zuschauer: 120
Schiedsrichter: Peter Pistel
