Neue Trainer an der Seitenlinie: So starten die Fußballerinnen der drei Kreisteams aus der Bezirksliga in die neue Saison
Die neue Saison in der Frauen-Bezirksliga Ostwürttemberg verspricht Spannung. Sechs Mannschaften kämpfen um Punkte und Platzierungen: die SG DJK-SV Wasseralfingen/Neuler, der FC Ellwangen II, die SG Ebnat/Waldhausen, die SG Hohenmemmingen/Sontheim, der FC Härtsfeld und der TV Steinheim.
Besonders interessant ist die Situation bei den drei Mannschaften aus dem Landkreis Heidenheim. Alle drei gehen mit neuen Trainerteams in die Saison – doch die Voraussetzungen und Ziele könnten unterschiedlicher kaum sein. Während der FC Härtsfeld mit einem großen Kader und dem klaren Ziel „Aufstieg“ in die neue Runde geht, stehen beim TV Steinheim und bei der SG Hohenmemmingen/Sontheim zunächst ganz andere Fragen im Mittelpunkt: Wie lässt sich der Spielbetrieb langfristig sichern und wie können neue Spielerinnen gewonnen werden?
TV Steinheim: Spielertrainerinnen übernehmen Verantwortung
Beim TV Steinheim gibt es einen Wechsel auf der Trainerbank. Nachdem Philip Rothofer sein Amt beendet hat, übernehmen mit Vanessa Lindner und Yvonne Fröbe zwei Spielerinnen aus dem bisherigen Team gemeinsam die Verantwortung als Spielertrainerinnen. Für das Duo dürfte die neue Aufgabe eine besondere Herausforderung werden. Die Spielertrainerinnen stehen vor einer Doppelaufgabe: sportliche Verantwortung übernehmen und gleichzeitig selbst auf dem Platz Leistung bringen.

Der Kader umfasst derzeit 19 Spielerinnen. Sina Schmidt (zum 1. FC Donzdorf) sowie Sarah Stampf, die ihre Karriere aufgrund einer Schulterverletzung beenden musste, stehen nicht mehr zur Verfügung.
Sportlich hatte Steinheim in der vergangenen Saison für Aufsehen gesorgt. Die Mannschaft spielte eine starke Runde und gehörte lange zu den Spitzenteams der Bezirksliga. Für die neue Saison fällt die Zielsetzung dennoch bewusst bescheiden aus. „Das Frauenteam am Leben erhalten und neue Spielerinnen gewinnen“, lautet die Zielsetzung.

Damit geht es für die Steinheimerinnen zunächst weniger um Tabellenplätze als um die Zukunft der Mannschaft. Jeder Neuzugang ist deshalb wichtig. Der Verein muss seinen Kader verbreitern und gleichzeitig versuchen, die vorhandene Mannschaft zusammenzuhalten.
SG Hohenmemmingen/Sontheim: Neustart mit bekanntem Trainerduo
Auch bei der Spielgemeinschaft Hohenmemmingen/Sontheim gibt es ein neues Trainerteam. Markus Maier und Holger Renner, beide vom RSV Hohenmemmingen, übernehmen die Mannschaft zur neuen Saison. Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Spielzeit bleibt die SG in der Bezirksliga. Die neue Runde soll nun unter anderen Vorzeichen angegangen werden.

Personell muss die Spielgemeinschaft einige Verluste verkraften. Lisa Krempel (in der vergangenen Saison 13 Tore in 13 Einsätzen) wechselte zur SG Kirchberg/Dettingen/Kellmünz. Zudem haben Monika Häußler und Tamara Eberhard ihre aktive Laufbahn beendet.
Aktuell umfasst der Kader 21 Spielerinnen. Damit ist die Mannschaft zwar zahlenmäßig ordentlich aufgestellt, doch die Verantwortlichen sehen weiterhin Handlungsbedarf. Das wichtigste Ziel lautet deshalb nicht Aufstieg, sondern zunächst: die SG und die Mannschaft am Leben erhalten und neue Spielerinnen gewinnen.

Gerade für eine Spielgemeinschaft ist die Kaderbreite ein entscheidender Faktor. Trainingsbetrieb, Verletzungen, berufliche Verpflichtungen und private Veränderungen können schnell dazu führen, dass die Zahl der verfügbaren Spielerinnen knapp wird.
Markus Maier und Holger Renner übernehmen somit eine Mannschaft mit Potenzial, aber auch mit einer klaren Aufgabe: die Spielerinnen zusammenzuhalten, neue Kräfte zu gewinnen und die SG Hohenmemmingen/Sontheim langfristig zu stabilisieren.
FC Härtsfeld: Angriff auf die Spitze
Ganz anders ist die Ausgangslage beim FC Härtsfeld. Dort ist die Zielsetzung deutlich offensiver formuliert: vorn mitspielen, möglichst sogar um den Aufstieg kämpfen. Dafür wurde auch auf der Trainerposition ein neues Team zusammengestellt. Klaus Berroth, bisher bei der SpVgg Bachtal tätig, übernimmt als Haupttrainer. Unterstützt wird er von seinem bisherigen Bachtaler Weggefährten Timo Berroth als Co‑Trainer sowie von Carin Schill. Die Abteilungsleitung liegt weiterhin bei Karin Randler, die diese Aufgabe seit zwei Jahren ausübt.
Verabschieden musste der FC Härtsfeld drei Spielerinnen. Milena Aufheimer wechselte bereits in der vergangenen Winterpause zum FC Ellwangen, während Viktoria Jakl und Manuela Jänisch ihre aktive Karriere beendet haben. Demgegenüber stehen zwei junge Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs: Naemi Mährle und Noemi Mittring rücken in den Frauenbereich auf.

Der Kader ist mit derzeit 30 Spielerinnen deutlich größer als bei den beiden anderen Heidenheimer Bezirksligisten. 29 Spielerinnen sind eingeplant; hinzu kommen die beiden Nachwuchsspielerinnen, die den Schritt in den Aktivenbereich machen.
Gerade die Breite des Kaders könnte in einer langen Saison zum entscheidenden Vorteil werden. Während Steinheim und Hohenmemmingen/Sontheim dringend weitere Spielerinnen suchen, kann Härtsfeld mit einer vergleichsweise komfortablen personellen Situation arbeiten.
Drei Vereine, drei unterschiedliche Ausgangslagen
Der Vergleich der drei Heidenheimer Mannschaften zeigt, wie unterschiedlich die Situation im Frauenfußball sein kann. Steinheim setzt auf zwei Spielertrainerinnen aus den eigenen Reihen und möchte vor allem den Spielbetrieb sichern. Hohenmemmingen/Sontheim startet mit einem neuen Trainerduo vom RSV Hohenmemmingen und muss mehrere Abgänge verkraften. Auch hier steht die Suche nach neuen Spielerinnen ganz oben auf der Prioritätenliste. Härtsfeld dagegen verfügt über einen breiten Kader, setzt auf ein neues Trainerteam und formuliert mit dem Angriff auf die Tabellenspitze ein ambitioniertes Ziel.
Gemeinsam ist allen drei Vereinen allerdings die Nachwuchs- und Spielerinnensuche. Der Frauenfußball lebt davon, dass junge Spielerinnen nachrücken und auch ältere Spielerinnen dem Sport möglichst lange erhalten bleiben.
Gerade die beiden Nachwuchsspielerinnen des FC Härtsfeld zeigen, wie wichtig die eigene Jugendarbeit für die Zukunft sein kann. Gleichzeitig machen die Karriereenden und Vereinswechsel bei allen drei Mannschaften deutlich, wie schnell sich ein Kader verändern kann.
Die Bezirksliga verspricht Spannung
Mit sechs Mannschaften ist die Frauen-Bezirksliga Ostwürttemberg überschaubar. Umso wichtiger werden die direkten Duelle. Für die drei Heidenheimer Teams bedeutet dies mehrere Begegnungen, bei denen nicht nur Punkte, sondern auch Prestige auf dem Spiel stehen.
Am 1. Spieltag hat der TV Steinheim am Sonntag, 20. September, die SG Hohenmemmingen/Sontheim zu Gast (11 Uhr). Der FC Härtsfeld tritt zeitgleich bei der SG Ebnat Waldhausen an.
