Mehr Ballkontakte, weniger Wartezeit: So will der DFB den Nachwuchs auch im Landkreis Heidenheim besser machen
Wie lässt sich die Ausbildung junger Fußballerinnen und Fußballer verbessern? Diese Frage stand dieser Tage in der Voith-Arena im Mittelpunkt. Mehr als 300 Gäste, darunter viele Trainerinnen und Trainer aus Amateurvereinen der Region, erhielten dabei Einblicke in das Konzept „Trainingsphilosophie Deutschland“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Mit Hannes Wolf war dafür einer der Verantwortlichen des Konzepts nach Heidenheim gekommen. Der U20-Nationaltrainer und DFB-Sportdirektor für Nachwuchs, Training und Entwicklung stellte die Trainingsphilosophie gemeinsam mit Daniel Stredak vor. Der Co-Trainer der deutschen U20 besitzt dabei selbst eine Verbindung zum 1. FC Heidenheim: Stredak war früher als Jugendtrainer beim FCH tätig.
Fünf Kopfballtore in vier Spielen: Was hinter der neuen Stärke des 1. FC Heidenheim steckt
Fünf Kopfballtore nach nur vier Spieltagen: Der 1. FC Heidenheim hat in der 2. Bundesliga eine auffällige Stärke entwickelt. Was dahintersteckt – und welche Rolle die Neuzugänge und eine Verstärkung auf der Trainerbank dabei spielen.Hinter der Trainingsphilosophie steht das Ziel, die Nachwuchs- und Talentförderung im deutschen Fußball flächendeckend weiterzuentwickeln. Dabei soll nicht allein die Förderung besonders talentierter Spieler im Mittelpunkt stehen. Vielmehr sollen sich möglichst alle Kinder und Jugendlichen individuell bestmöglich entwickeln können. Ein wesentlicher Ansatz ist das Spielen auf mehreren kleinen Feldern. Statt langer Wartezeiten und weniger Aktionen sollen die Nachwuchskicker möglichst viel selbst spielen. Dadurch erhöht sich die Netto-Spielzeit, die Kinder haben häufiger den Ball am Fuß, müssen mehr Entscheidungen treffen und sammeln zusätzliche Erfahrungen in unterschiedlichen Spielsituationen.
Frank Schmidt gibt Einblicke in die Trainerarbeit
Dass diese Prinzipien nicht nur für den Kinderfußball interessant sind, zeigte auch FCH-Cheftrainer Frank Schmidt. Er verfolgte die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Trainerteam und gab den Gästen einen kurzen Einblick in die Trainingsarbeit der Heidenheimer Profimannschaft.
Nach der Theorie auf der Tribüne ging es auf den Rasen der Voith-Arena. Dort demonstrierten Wolf und Stredak mit der U12 des FCH, wie sich die Grundgedanken in einer Trainingseinheit umsetzen lassen. Auf mehreren kleinen Spielfeldern liefen parallel unterschiedliche Spielformen. Die Übungen sind dabei nicht auf eine bestimmte Altersstufe beschränkt, sondern können an Leistungsstand und Alter der jeweiligen Mannschaft angepasst werden.
Wolf zeigte sich vor allem von der Resonanz in Heidenheim angetan. „Es macht mich froh, dass so viele Leute da waren und dass uns der 1. FC Heidenheim dazu eingeladen hat, das zusammen zu machen“, sagte der DFB-Sportdirektor. So habe man den Trainerinnen und Trainern zeigen können, „wie Kindertraining aussehen sollte“. Zum Abschluss rückte noch einmal die Arbeit an der Basis in den Mittelpunkt. In einer ausführlichen Fragerunde konnten die Trainer aus der Region ihre Fragen direkt an Wolf und Stredak richten. Damit sollte die Veranstaltung nicht bei der Theorie bleiben: Die vorgestellten Ideen sollen ihren Weg von der Voith-Arena auf die Trainingsplätze der Amateurvereine finden.
