Wie das bei Pressekonferenzen üblich ist, widmete sich FCH-Trainer Frank Schmidt am Freitagvormittag vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig der Personalsituation, der Trainingswoche und den Eigenheiten des kommenden Gegners. Doch die Partie am Samstag, 24. Januar, ist nicht nur das erste Heimspiel in der Rückrunde (Anpfiff um 15.30 Uhr), sondern auch das erste Spiel in der Voith-Arena seit Sommer 2015, bei dem Kevin Müller kein „FCHler“ mehr ist. Am vergangenen Dienstag hatte sich der 34-Jährige für eine halbjährige Leihe zum FC Schalke 04 entschieden.
Auf seinen ehemaligen Stammtorhüter angesprochen, zögerte Schmidt zunächst, ließ aber doch klare Worte folgen und gab einen Einblick in die Entscheidungsfindung im vergangenen Sommer. „Am liebsten wäre es uns gewesen, dass Kevin Müller nach seiner Vertragsverlängerung im Winter immer noch die Nummer eins ist“, sagte der Heidenheimer Trainer und betonte, dass er gerne auf die Veränderung in der Torhüterrangfolge verzichtet hätte. Im Sommer sei aber eine Konstellation entstanden, in der es „klare Voraussetzungen“ gegeben habe, um Entscheidungen zu treffen, so Schmidt.
Schmidt hätte gerne auf den Torhütertausch verzichtet
Die Entscheidung war bekanntlich, dass nach der Verletzung von Ersatzmann Frank Feller mit Diant Ramaj eine neue Nummer eins verpflichtet wurde, wodurch Müller ins zweite Glied rückte. Eben diese Entscheidung, die laut Schmidt „im Sinne des Vereins und für die Zukunft“ und nicht persönlich gegen Müller getroffen worden war, hätte auch anders ausfallen können. „Wenn Mü seine Zukunft zu 100 Prozent als Vizekapitän gesehen hätte, dann glaube ich, wäre es im Sommer nicht zu der Entscheidung gekommen“, blickte er zurück.

In vielen Rollen auf dem Schlossberg: Wie Kevin Müller eine Ära im Tor des 1. FC Heidenheim prägte
Und davon war der Heidenheimer Coach wohl nicht überzeugt. „Es hätte nur einen Satz gebraucht: Ich habe meinen Vertrag verlängert, ich stehe zu 100 Prozent zum 1. FC Heidenheim, ich will nicht wechseln und sehe meine Zukunft bis zum Vertragsende hier“, sagte Schmidt. „So war es eben nicht.“
Dem FCH-Coach fehlte ein eindeutiges Bekenntnis zum Verein
Dass diese Entscheidung nicht bei allen Fans und Außenstehenden auf Verständnis traf, dafür zeigte der 52-Jährige Verständnis. „Das nach außen zu vermitteln, ist schwer“, sagte er, fügte aber hinzu: „Wir haben nach dem Sachverhalt entschieden, der da war.“
Der sportliche Sachverhalt an diesem Wochenende ist, dass Müller mit den Schalkern am Sonntag den 1. FC Kaiserslautern empfängt. Den Ausgang des Traditionsduells werden sicherlich nun auch einige Heidenheimer Fans verfolgen. Frank Schmidt hatte für Kevin Müller auch noch eine Botschaft für seinen Start in Gelsenkirchen: „Ich wünsche ihm viel Glück.“


