Nachruf

Steinheimer trauern um Rudolf Maier

Nicht zuletzt als treibende Kraft im Steinheimer Heimatverein hat sich Rudolf Maier um seine Gemeinde verdient gemacht. Jetzt ist er im Alter von 77 Jahren gestorben.

Altgemeinderat und Ehrenbeiratsmitglied des Steinheimer Heimatvereins, Rudolf Maier, ist überraschend im Alter von 77 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Anna sowie zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Steinheim trauert um einen überaus engagierten Ehrenamtler.

Der Zehntstadel in Steinheim war bis zum Schluss Maiers Herzensanliegen. Er kämpfte für dessen Erhalt und die grundlegende Sanierung für die Zukunft. Noch in der Woche seines Todes hatte Maier am Dachgebälk der Zehntscheuer das Schild „Zehnstadel“ wieder angebracht.

Vor wenigen Tagen ehrte ihn der Obst- und Gartenbauverein für 25 Jahre Mitgliedschaft. Solange der OGV auf dem Steinhirt noch seinen Vereinsobstgarten hatte, war Maier Gerätewart und verwahrte in seiner Scheune entsprechende Geräte.

Seit Kindertagen war Rudolf Maier Mitglied im Turnverein. Zunächst hatte er viele Jahre seine Freude am Turnen. Dann kam die Begeisterung für Handball. Er spielte in der zweiten, dann in der ersten Mannschaft und erlebte den Aufstieg bis in die Landesliga. Von 1978 bis 1986 war er äußerst erfolgreich als Abteilungsleiter der Handballer. In Maiers Ära fiel die Einweihung der (ersten) Wentalhalle. 53 Jahre – von 1958 bis 2011 – war Rudolf Maier Mitglied der Feuerwehr.

Ein Kämpfer, aber keiner, der stritt

Der 1991 ins Leben gerufene Heimatverein verlor mit ihm nun seinen Steuermann und Ideengeber. Vor wenigen Wochen hatte Rudolf Maier das Amt des Vereinschefs an Karl Fink weitergegeben und sich dagegen gewehrt, Ehrenvorsitzender zu sein. Er akzeptierte den Kompromiss „Ehrenbeiratsmitglied“. Maier prägte wie kein anderer über viele Jahre hinweg das Klosterhoffest am 3. Oktober. Rudolf Maier konnte auch kämpfen. Nicht bloß, wenn es um die Heimatstube auf dem Klosterhof ging, sondern auch gegen jeden, der statt der Sanierung lieber den Abbruch des Zehntstadels verlangt hatte.

Als Gemeinderat – es waren drei Legislaturen, von 1984 bis 1999 in der Fraktion Arbeitnehmerblock/SPD – hatte Rudolf Maier stets das Wohl aller Bürger und sämtlicher Ortsteile im Blick. Streitereien waren nicht seins, vielmehr der Ausgleich zwischen widerstreitenden Parteien.

Beim Neujahrsempfang 2025 wurde Rudolf Maier mit der Ehrenmedaille der Gemeinde in Gold ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Ehrenbürger und Alt-Bürgermeister Dieter Eisele. Er nannte Rudolf Maier, der auch immer wieder hinterm Lenkrad des Bürgermobils saß, einen „Menschenfreund“ und „ein Vorbild“.