Die Bewerbungsfrist für die Nattheimer Bürgermeisterwahl ist zu Ende. Montagabend, 18 Uhr, war Schluss. Die spannende Frage: Will neben den beiden bisher bekannten Bewerbern, Swen Profendiener und Juliane Ulbert, noch jemand die Nachfolge von Amtsinhaber Norbert Bereska antreten? Stellvertretender Hauptamtsleiter Moritz Sachs kennt die Antwort: „Es bleibt bei zwei Kandidaten“, bis zum Abend sind im Rathausbriefkasten keine weiteren Bewerbungen mehr eingegangen. Profendiener und Ulbert also.
Was der Gemeindewahlausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend aber noch ermitteln muss, ist die Reihenfolge, in der die beiden Kandidaten auf dem Wahlzettel aufgeführt werden. Zwar hat laut Moritz Sachs Juliane Ulbert als Erste ihre Unterlagen eingeworfen – zum Start der Bewerbungsfrist um 0 Uhr. Allerdings folgte im Laufe desselben Tages auch die Bewerbung Profendieners. „Das gilt als gleichzeitig“, erklärt Sachs. Die Regel laute: bis zum nächsten Werktag um 7.30 Uhr. Über die Reihenfolge entscheiden muss nun also das Los.
Profendiener und Ulbert führen einen engagierten Wahlkampf
Für die Wähler aber ändert das wenig. Sie entscheiden am 8. März zwischen Swen Profendiener und Juliane Ulbert. Beide sind in der hiesigen Lokalpolitik keine unbeschriebenen Blätter. Profendiener, ein 52-jähriger Diplom-Verwaltungswirt aus Schnaitheim, ist momentan bei der Stadt Heidenheim Leiter des Geschäftsbereichs Liegenschaften. Vorher war er als Wirtschaftsbeauftragter Teil der Stabstelle des Oberbürgermeisters und im Vorstand des Handels- und Dienstleistungsvereins Heidenheim. Nach Nattheim hat er familiäre Verbindungen, ehrenamtlich engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Schnaitheim.

Seine Konkurrentin Juliane Ulbert ist 32 Jahre alt und arbeitet aktuell als Leiterin des Amts für Chancengleichheit, demografischen Wandel und Integration im Aalener Rathaus. Zuvor war sie von 2016 bis 2022 als stellvertretende Hauptamtsleiterin in Nattheim tätig – ins dortige Rathaus will sie nun zurückkehren. Den Kontakt in die Gemeinde hatte die Verwaltungsfachfrau (Abschluss Master of Public Administration) nie abbrechen lassen. Ihr ehrenamtliches Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Nattheim etwa hat sie aufrechterhalten.

Termine: Kandidatenvorstellung, Stichwahl, erster Arbeitstag
Beide Kandidaten führen einen engagierten Wahlkampf. So sind Profendiener und Ulbert etwa seit Monaten in den Sitzungen des Gemeinderats zugegen und knüpfen bei verschiedenen Wahlkampfterminen Kontakt zu den Nattheimer Bürgern. Bei einer öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Ramensteinhalle sollen beide noch einmal ausführlich zu Wort kommen. Beginn der Veranstaltung ist am Freitag, 27. Februar, um 18 Uhr. Eingelassen werden Besucher bereits ab 17 Uhr.
Auch weitere Termine stehen bereits fest: Für den Fall, dass am 8. März kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen erzielt, ist für Sonntag, 22. März, eine Stichwahl vorgesehen. Die Amtszeit von Norbert Bereska endet nach 32 Jahren am 25. April. Frühestens am Tag darauf könnte also der oder die neue Bürgermeister/in den Platz im Chefsessel einnehmen.

