Am 11. Juli wurde bei der traditionellen Altpapiersammlung unseres Kultur- und Jugendvereins ein Gespann wegen einer mangelhaften Ladungssicherung angehalten. Was folgte, empfanden nach übereinstimmenden Schilderungen alle Beteiligten als unangemessen: Der kontrollierende Polizeibeamte trat von Beginn an wenig gesprächsbereit auf, anschließend wurde das Gespann unter Blaulicht über mehrere hundert Meter zum nächsten Abladeplatz eskortiert – auf einer ruhigen Nebenstraße, ohne dass eine erkennbare Gefahr bestand.
Das Ergebnis war, dass die Sammlung noch am selben Tag abgebrochen wurde. Tonnenweise Altpapier blieb liegen, wie die Gemeinde selbst in ihrer Pressemitteilung vom 14. Juli bestätigt hat. Und der Verein hat inzwischen entschieden, diese Sammlungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig funktioniert haben, für immer einzustellen. Ich frage mich: Wie weit darf behördliche Strenge gehen, bevor sie das zerstört, was eine Gemeinde eigentlich zusammenhält? Junge Menschen, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren, verdienen zumindest ein Mindestmaß an Respekt – auch im Umgang mit der Polizei. Wenn genau das ausbleibt, sollten wir uns als Gemeinde alle fragen, was das über den Umgang mit dem Ehrenamt in unserem Landkreis aussagt.