VW, VW, du tust in diesen Zeiten allen weh! Nach dem Krieg hast du dafür gesorgt, dass viele das Motorrad in die Ecke stellten und sich dann lieber auf vier Rädern fortbewegten. Es war der sogenannte „Käfer“, der krabbelte alsdann überall durchs Wirtschaftswunderland. Ein wahrer Volkswagen, perfekt für jedermann, einfach, zuverlässig, robust und vor allen Dingen bezahlbar für den „kleinen Mann“.
So war es nicht verwunderlich, bei VW klingelten lange Zeit die Kassen, und wie es eben so ist: Erfolg verwöhnt: Mach Geld, mach noch mehr Geld! Heute besteht der Konzern aus einem Konglomerat von diversen Firmen, denn VW hat alles aufgekauft, der irgendwie auch Autos baut.
Wer erinnert sich z. B. noch an einen VW K70? Ein NSU-Produkt hat VW beim Kauf der Auto Union mit übernommen, dumm nur, dass ihn nicht allzu viele haben wollten, er war schon in der Herstellung viel zu teuer. Audi, Seat, Škoda, Porsche, Bentley, und Lamborghini, um nur einige Hersteller zu nennen, sind dem Mutterkonzern nicht immer ein Quell der reinen Freude. Die machten sich nämlich untereinander selber Konkurrenz. Abgesehen von einer gewaltigen Ersatzteil-Logistik, ist diese Modellvielfalt, wirtschaftlich nicht rentabel genug.
Die grüne Fakultät im Verbund mit der Gewerkschaft und Brüssel, tun ein Übriges mit immer neuen Bestimmungen, um eine rentable Produktion zu verhindern. Und last but not least: Die Manager, die lassen sich königlich bezahlen, Boni und Tantiemen, sind keineswegs mit ihrer Leistung in Einklang zu bringen.
So ist es nicht verwunderlich, wenn ein potenzieller Käufer sagt: VW ist mir heuer einfach viel zu teuer!
Aber im Hintergrund lauern schon die Asiaten, die nur auf eine günstige Gelegenheit zur Übernahme warten. Fazit: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Jürgen Ihlenfeld, Nattheim