Chip-Industrie

Ist die Stellung von Zeiss auf dem Weltmarkt durch China gefährdet?

Die weltweite Chip-Industrie ist auf die Lithografiesysteme aus Oberkochen angewiesen – Analysten und Zeiss’ Halbleiter-Chef Frank Rohmund beziffern nun erstmals, wie groß Pekings Rückstand bei der Belichtungstechnik tatsächlich ist.

Ein Hochsicherheitslabor irgendwo in Shenzhen. Kameras, Wachpersonal, Zutritt nur für wenige. In der Mitte steht eine Maschine. Sie füllt die halbe Halle. Sie läuft. Aber sie produziert noch nichts, das funktioniert. Noch nicht.

So beschrieb es die Nachrichtenagentur Reuters Ende 2025. Gemeint ist der Versuch, jene Maschine nachzubauen, die bislang nur ein einziges Unternehmen der Welt herstellen kann. Ihr wichtigstes Bauteil kommt aus Oberkochen. Von Zeiss. Ingenieure in Shenzhen (China) – darunter offenbar auch ehemalige Mitarbeiter des Weltmarktführers ASML – versuchen dort, die Technik aus Alt-Komponenten und Erfahrungswissen nachzubauen. Ihr Prototyp kann bereits EUV‑Licht – also extrem ultraviolettes Licht – erzeugen, hat aber bislang noch keinen einzigen funktionierenden Chip produziert. Das offizielle Ziel Pekings: einsatzfähige Chips bis 2028. Intern, so mehrere mit dem Projekt vertraute Personen gegenüber Reuters, gilt eher 2030 als realistisch – bis zu einer konkurrenzfähigen Serienfertigung, wie sie Zeiss und ASML heute beherrschen, dürfte es nach Einschätzung von Branchenkennern aber noch einmal deutlich länger dauern. Diese geben erstmals ihre Einschätzung.