Größter Spot war am Erbisberg

Zahllose Menschen beobachten die Teilsonnenfinsternis über der Region Heidenheim

Ob auf Wiesen, Feldern oder am Teleskop: Die partielle Sonnenfinsternis hat am Mittwochabend zahlreiche Menschen in und um Heidenheim nach draußen gelockt. Der größte Andrang herrschte auf dem Erbisberg bei der Sternwarte.

Gut, wer im letzten Augenblick noch eine Brille ergattern konnte. Denn nur so konnte der besondere Sonnenblick auch gelingen, der sich am Mittwochabend bei der partiellen Sonnenfinsternis bot. Besonders groß war der Andrang auf dem Erbisberg in Mergelstetten, wo der Astronomieverein Heidenheim zur gemeinsamen Beobachtung eingeladen hatte. Nach einer Hochrechnung des Vereins kamen rund 1000 Besucher zur Willi-Hüll-Sternwarte.

Ein Blick von oben auf den Erbnisberg bei Heidenheim.
Ein Blick von oben auf den Erbnisberg bei Heidenheim.

Schon lange vor Beginn der Veranstaltung füllte sich das Gelände rund um die Sternwarte. Bis zum Einbruch der Dunkelheit herrschte reger Betrieb. Vereinsmitglieder hatten neben dem fest installierten Teleskop zahlreiche eigene Teleskope aufgebaut, die mit geeigneten Sonnenfiltern ausgestattet waren. So konnten die Besucher die fortschreitende Bedeckung der Sonne aus verschiedenen Perspektiven beobachten. In der Sternwarte wurde das Bild des Teleskops zusätzlich auf einen Bildschirm übertragen.

Besondere Stimmung und großes Interesse auf dem Erbisberg

Der Andrang war größer als erwartet. Die vorhandenen Sonnenfinsternis-Brillen reichten nicht für alle Besucher. Die Gäste teilten die Brillen untereinander und nutzten die sicheren Beobachtungsmöglichkeiten an den Teleskopen. Nebenbei entstanden Gespräche über die Sonne, den Mond und das Universum – und über die Arbeit des Vereins.

Für die Mitglieder des Astronomievereins war das große Interesse deshalb mehr als eine erfreuliche Besucherzahl. Besonders in Erinnerung blieb ihnen, wie viele Menschen die Finsternis erstmals durch ein Teleskop sahen und dabei sichtbar begeistert waren. Mehrfach bedankten sich Besucher persönlich bei den Vereinsmitgliedern. „Danke fürs möglich machen“ oder „Vielen Dank für das Engagement und den tollen Abend“ gehörten zu den Rückmeldungen.

Der Verein zeigte sich von der Resonanz überwältigt. „Mit einem solchen Andrang haben wir ehrlich gesagt nicht gerechnet“, berichtet der Vorstandmitglied Joschua Holzmann. „Es hat uns sehr gefreut zu sehen, wie groß das Interesse an der Astronomie und an unserer Sternwarte ist.“

Wer allerdings keine spezielle Sonnenfinsternis-Brille zur Hand hatte oder keinen freien Blick auf die Sonne fand, dürfte von dem Himmelsschauspiel weniger beeindruckt gewesen sein. Der Effekt war deutlich schwächer als bei einer totalen Sonnenfinsternis, wie sie etwa der Vorsitzende des Astronomievereins, Herbert Heuberger, zeitgleich in Spanien erlebt hat. Im Alltag war von der partiellen Finsternis nur wenig zu spüren. Draußen wurde es an diesem Abend gefühlt einfach etwas früher dämmrig.

BSC Hellenstein mit dem Heißluftballon auf Eclipse-Fahrt. Dennis Straub

Einen ganz anderen Blick auf die Finsternis hatten die Mitglieder des Ballonsportclubs Hellenstein (BSC). Der Verein hatte eine Sonnenfinsternis-Fahrt geplant und war mit zwei Ballonen extra in Richtung Augsburg gefahren wegen der besseren Wetterbedingungen. In einem Ballon der Ballone stand HZ-Fotograf Dennis Straub, selbst aktiver Ballonfahrer und Mitglied im Ballonsportclub.

Dennis Straub wartet auf die perfekte Perspektive für das Eclipse-Ballonfoto. Dennis Straub

Für die Ballonfahrer ging es nicht nur darum, die Finsternis zu erleben, sondern auch um das perfekte Bild. „Wir haben versucht, den Ballon so zu positionieren, dass man ihn vor der Sonne sieht“, erzählt Straub. Das erwies sich wegen der Windverhältnisse als schwierig und anspruchsvoll. „Denn ein Ballon lässt sich nicht mit einem Lenkrad steuern. Die Richtung kann nur beeinflusst werden, indem der Ballon unterschiedliche Luftschichten ansteuert und dadurch auf- oder absteigt.“ Doch der Aufwand hat sich gelohnt: „Es war ein reiner Zufall, dass der Ballon dann noch genau vor den Windrädern war und dieses Foto gelungen ist.“ Es zeigt die Sonnensichel, den Ballon und eingerahmt von den Windrädern.

Sonnenbeobachter mit Schutzbrille vor der Sternwarte. Astronomieverein
Der Erbisberg entwickelte sich zum geselligen Treffpunkt.
Der Erbisberg entwickelte sich zum geselligen Treffpunkt. Astronomieverein
Der Astronomieverein übertrug den Blick durchs Teleskop im Innern der Sternwarte.
Der Astronomieverein übertrug den Blick durchs Teleskop im Innern der Sternwarte. Astronomieverein
Der Höhepunkt der Teilsonnenfinsternis, bei der die Sonne zu 90 Prozent bedeckt war. Astronomieverein
Auch mit einem Smartphone vor dem Okular eines Laienteleskops konnte man passable Aufnahmen machen. Foto: Catrin Weykopf
Auch mit einem Smartphone vor dem Okular eines Laienteleskops konnte man passable Aufnahmen machen. Foto: Catrin Weykopf Catrin Weykopf
Leser Claus Peragowitsch schickt dieses Foto.
Leser Claus Peragowitsch schickt dieses Foto. Claus Peragowitsch
Leser Manfred Wicht hat die Sonnenfinsternis in einer Reihenaufnahme samt dazugehörender Uhrzeit abgelichtet. Manfred Wicht
Der Mond verdeckt die Sonne, fotografiert von Leserin Petra Henle.
Der Mond verdeckt die Sonne, fotografiert von Leser Thomas Techert. Foto: Thomas Techert