Schlagzeuger sind in der Regel eher zurückhaltende Wesen. Sie setzen im Orchester Akzente und geben in der Populärmusik den Rhythmus vor. Unverzichtbar sind sie, aber nicht vom Glamour umweht wie Stargeigerinnen oder kultisch verehrte Gitarristen. Und das ist auch gut so.
Wäre aber Alexej Gerassimez von solchem Gemüt – das Galakonzert der Opernfestspiele hätte am Mittwochabend im Festspielhaus einen anderen Verlauf genommen. Der 39-Jährige ist kein Enfant terrible des Schlagwerks, er zerhaut nicht die Konventionen seines Instrumentariums. Aber er fügt den Traditionen Neues hinzu, unbestechlich präzise und gleichermaßen explosiv. Und er kann durchaus aus sich heraustreten. Ein Enfant sauvage könnte man ihn nennen, ein wildes, freiheitsstrebendes Kind im Körper des erfahrenen Schlagwerkers. Dass der abschließend überreichte Blumenstrauß geradewegs mit Schwung ins Publikum flog, war da nur folgerichtig.
