Wir heißen den Vorfall im Parkhaus des Rewe-Centers, bei dem Tauben zu Tode kamen oder verletzt wurden, nicht gut. Kein Tier sollte leiden müssen. Die Maßnahmen, die dort getroffen wurden, um Tauben fernzuhalten, sind die gleichen wie bei anderen Firmen. In den Supermärkten ist das besonders wichtig wegen der Krankheitserreger. Netze spannen zum Schutz der Kunden ist unumgänglich, da man dieser Tiere fast nicht mehr Herr wird. Sie vermehren sich unkontrolliert. Die beiden offiziellen Taubenschläge im Stadtzentrum sind völlig unzureichend. Auch der Ausbreitungsbereich geht mittlerweile über die Innenstadt hinaus. Von rückläufigen Zahlen kann keine Rede sein.
Der Ausdruck „Ratten der Lüfte“ ist zutreffend. Wäre die Empörung der Tierschützer auch so groß, wenn überall Ratten herumspringen würden? Wir leiden seit acht Jahren unter einer Taubenplage, die stetig gewachsen ist. Sie fangen morgens um 5 Uhr mit dem Gurren an, dann lassen sie ihre Exkremente auf Terrassen und auf Gehwege fallen, und sie versuchen, in jeder noch so kleinen Ecke zu brüten. Wer einmal Taubendreck weggeputzt hat, der weiß, wie ekelerregend und ätzend das ist. Wir machen das so gut wie jeden Tag.
Als verwilderte Haustiere darf man Tauben nur vergrämen, also abschrecken. Das Ärgerliche daran ist: Nichts hilft. Die Tiere sind robust und reagieren mit der Zeit nur noch auf direkte Bedrohungen wie einen Wasserstrahl. Deshalb verschanzen sich immer mehr Bewohner hinter Netzen und Taubenabwehrspikes. Wenn man sich die Gebäude am Friedrich-Degeler-Platz ansieht, fallen sie ins Auge. Und wo Bewohner nicht in solche baulichen Maßnahmen investieren, nisten die Tiere und verschandeln das Stadtbild mit ihren Exkrementen.
Netze im Rewe-Parkhaus: Nach Taubensterben wurden Polizei und Veterinäramt aktiv
Tausende Euro werden investiert, um Tiere fernzuhalten, die aus heutiger Sicht zu nichts nütze sind. Dann gibt es noch Leute, die die Tauben mit Brot, Pommes usw. füttern und dadurch extrem ätzenden Kot verursachen, denn Tauben fressen von Natur aus nur Körner, und die verursachen keinen Durchfall. Das ist falsch verstandene Tierliebe.
Die einzige Möglichkeit, das Problem anzugehen, wäre eine Änderung des Tierschutzgesetzes. Tiere wie Biber und Wölfe dürfen ja auch unter bestimmten Bedingungen getötet werden, wenn sie großen Schaden verursachen. Es wäre interessant zu erfahren, wie viel Geld bereits in Vergrämung und Säuberungsmaßnahmen in Heidenheim investiert wurde, und wie groß der Schaden ist, den die Tauben bereits angerichtet haben. Es sollte konsequent von allen Seiten gegen das Taubenproblem vorgegangen werden.
Kurt Walz, Heidenheim