Was gegen Angst hilft: Heidenheimer Psychiatrie-Chefarzt erklärt, worauf es ankommt
Ein dunkler Weg, ein leerer Parkplatz oder Schritte hinter einem in einer menschenleeren Straße: Manchmal reicht eine Situation, um ein ungutes Gefühl auszulösen. Bei manchen Menschen bleibt es nicht dabei. Nach Belästigungen, Bedrohungen oder Übergriffen kann die Angst so weit reichen, dass sie den Alltag verändert. Warum der Körper mit Alarmbereitschaft reagiert und wann aus Unsicherheit eine längerfristige psychische Belastung wird, erklärt Dr. José Marie Koussemou, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Heidenheimer Klinikum.
„Menschen nehmen ihre Umgebung intuitiv daraufhin wahr, ob sie sicher ist oder Gefahren bergen könnte“, so Koussemou. Wirken Orte unübersichtlich, verlassen oder dunkel, fällt es schwerer, Risiken einzuschätzen. Gleichzeitig kann das Gefühl entstehen, im Notfall weniger Schutz zu haben. „Das Gehirn schaltet dann in einen Warnmodus. Angst dient hier als biologischer Schutzmechanismus, der die Wahrnehmung schärft und vorsichtiges Verhalten fördert.“
