Nach mehreren Verzögerungen

Wann die Heidenheimer Polizei ihr neues Revier beziehen soll

Die Heidenheimer Polizei verlässt nach 90 Jahren ihr Revier an der Schnaitheimer Straße und zieht in ein Gebäude an der Karlstraße. Wann das voraussichtlich der Fall ist:

Langsam aber sicher können die Umzugskartons bereitgestellt werden: In der ersten Jahreshälfte 2027 soll das neue Heidenheimer Polizeirevier bezugsfertig sein. Seinen Sitz hat es dann an der Karlstraße 20, in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Häusern, in denen die Kriminalpolizei untergebracht ist.

Seit 1936 befindet sich das Polizeirevier im Gebäude Schnaitheimer Straße 14. Nach mittlerweile 90 Jahren Dauerbetrieb entspricht es in vielerlei Hinsicht nicht mehr dem Stand der Zeit. Bei der Suche nach einer Lösung war zunächst ein Neubau im Gespräch. Allerdings stand im Innenstadtbereich kein geeignetes Grundstück zur Verfügung, sodass die Idee geboren wurde, in die Karlstraße 20 umzuziehen. Schon absehbar war damals, dass die Kripo von dort in die gleich ums Eck gelegenen Gebäude Kurt-Bittel-Straße 12 und 14 wechseln würde.

Verwaltung wird klimaneutral

Ein Jahr Umbau, im Frühsommer 2023 dann die Umsiedlung des Reviers ins neue Domizil – so der ursprüngliche Plan. Unerwartet musste jedoch vor Beginn der Arbeiten die bereits fertige Planung überarbeitet werden, weil sich das Land Baden-Württemberg mittlerweile verpflichtet hatte, seine Verwaltung bis 2030 klimaneutral zu gestalten.

Im Raum stand nun das Ziel, das Revier Anfang 2026 zu verlagern. Allerdings ließ sich auch dieser Termin nicht halten. Gefragt nach den Gründen, räumt Dr. Stefan Horrer, Leiter des zuständigen Amts Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd, unumwunden ein: „In diesem Vorhaben ist sehr zu meinem Missfallen leider der Wurm drin. Es tut mir sehr leid für die Beschäftigten bei der Heidenheimer Polizei, dass sich die Verzögerungen ergeben haben.“

Manche Gewerke seien reibungslos und pünktlich abgearbeitet worden, bei anderen hätten sich immer wieder neue Probleme ergeben. Zuletzt betraf das die Flächenheizungen, die an den Decken angebracht werden.

Horrer zufolge waren mehrere Ausschreibungen erforderlich, weil entweder gar keine Angebote eingingen, oder aber die auf dem Tisch liegenden mit Blick auf die geforderten Summen unwirtschaftlich und deshalb nicht verwertbar waren. Schlussendlich vergingen etliche Monate, bis Vollzug gemeldet werden konnte. Seit Anfang Oktober ist nun eine Firma mit der Montage beschäftigt.

Wachtisch wird eingebaut

Diese Arbeiten sind mit rund drei Monaten veranschlagt und von besonderer Bedeutung, weil davon die Elektro-Feininstallation und der Einbau des sogenannten Wachtischs abhängen. Dieser stellt den zentralen Anlaufpunkt in den Räumlichkeiten des Streifendiensts dar, also jenes Teils des Reviers, der rund um die Uhr besetzt ist. Der dort sitzende Wachhabende hat die Aufgabe, die eingehenden Telefonanrufe entgegenzunehmen und in Zusammenarbeit mit dem Führungs- und Lagezentrum des Ulmer Polizeipräsidiums die Streifenwagenbesatzungen zu ihren Einsätzen zu schicken.

Unterdessen sind die Arbeiten am Dach und an der Fassade weitgehend abgeschlossen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich Horrer zufolge voraussichtlich auf neun Millionen Euro. 2022 war auf Grundlage der ursprünglichen Planung noch von 4,5 Millionen die Rede gewesen.

Was geschieht mit dem alten Revier?

Noch offen ist die künftige Nutzung des alten Reviergebäudes an der Schnaitheimer Straße. Will das Land das Gebäude weiterhin nutzen, so bleibt es Eigentümer. Andernfalls kann eine öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaft wie beispielsweise die Stadt oder der Landkreis Ansprüche anmelden. Trifft auch das nicht zu, können sich Private um die Immobilie bewerben.