Leitartikel Klartext

Vor den Wahlen in Hermaringen, Nattheim und im Land: Warum das Interesse an der Demokratie wichtig und erfreulich ist

Am 1. Februar wird in Hermaringen ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin gewählt. Warum diese Wahl über den Abschied vom langjährigen Rathauschef Jürgen Mailänder hinaus bedeutsam ist, betrachtet Redakteur Jens Eber.

In einer Woche ist Wahltag in Hermaringen. Die Bürgerinnen und Bürger sind dann aufgerufen, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Bürgermeister Jürgen Mailänder zu wählen, der die Geschicke der kleinsten eigenständigen Gemeinde im Landkreis seit 24 Jahren lenkt.

Das Rennen um den Wahlsieg ist zwar noch offen, aber eine gute Nachricht gibt es schon jetzt: Das Interesse daran, wer künftig die Spitze der Gemeindeverwaltung bilden wird, ist groß. Bei der offiziellen Vorstellung der fünf Kandidatinnen und Kandidaten platzte die Güssenhalle förmlich aus den Nähten. Wie meine Kollegin Carolin Wöhrle berichtete, wurde den Menschen auf der Bühne gründlich auf den Zahn gefühlt.

Dieses lebhafte Interesse ist richtig und wichtig. Ein Bürgermeister mag „nur“ der Chef einer kommunalen Verwaltung sein, der Souverän ist in den Gemeinden und Städten schließlich der Gemeinderat. Dennoch sind Bürgermeisterinnen und Bürgermeister häufig Aushängeschilder ihres Sprengels, Impulsgeber und die politische Verknüpfung in den Landkreis, zum Land und nach Berlin.

Daher ist es auch unbedingt zu begrüßen, dass die Menschen in Hermaringen tatsächlich eine Wahl haben und aus fünf Personen diejenige auswählen können, die sie für die fähigste halten, das Dorf zumindest für die nächsten acht Jahre zu vertreten. Dabei geht es nicht nur um den Chefposten im Rathaus, Wahlen sind vielmehr das wichtigste Instrument der Teilhabe in einer Demokratie und sichtbares Zeichen für die Wirksamkeit eigener politischer Entscheidungen.

In wenigen Wochen stehen dann gleich zwei weitere Wahlen an: Auch die Nattheimer sind am 8. März aufgerufen, die Nachfolge für Bürgermeister Norbert Bereska zu bestimmen. Die Bewerbungsfrist läuft dort noch bis zum 9. Februar, es ist also offen, ob es noch weitere Bewerberinnen oder Bewerber geben wird.

Am selben Tag findet zudem die Landtagswahl statt. Acht Frauen und Männer möchten den Landkreis im Stuttgarter Landtag vertreten. Wir als HZ-Redaktion wollen den Menschen in der Region möglichst breite Informationen für ihre Meinungsbildung bieten. Daher läuft unter link.hz.de/deinestimme noch bis zum 31. Januar unsere Umfrage zur Landtagswahl. Hunderte Fragen sind bereits eingegangen, auch das ist erfreulich. Machen Sie mit?