In der vergangenen Woche haben wir immer wieder über den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus in den Kommunen im Landkreis Heidenheim berichtet. Nach und nach geht es voran. Das ist an sich eine gute Nachricht. Die schlechte: Im internationalen Vergleich hinken wir nach wie vor meilenweit hinterher. Eine Statistik der OECD zeigt: In Island waren, Stand 2024, 91 Prozent der Breitbandanschlüsse Glasfaseranschlüsse. In Deutschland waren es lächerliche 12,2 Prozent. Damit liegen wir sogar weit hinter Ländern wie Rumänien, Peru, Costa Rica und der Slowakei.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele Haushalte derzeit noch zufrieden mit ihren DSL-Anschlüssen sind. Home Office, Netflix, Surfen: Alles funktioniert doch. Warum also sollte man einen Glasfaseranschluss wollen? Ganz einfach: Die Bandbreiten, die derzeit zur Verfügung stehen, werden bald auch in Privathaushalten nicht mehr ausreichen. Wir brauchen mehr Tempo beim Ausbau.
Den einzelnen Kommunen kann man hier keinen Vorwurf machen. In den vergangenen Jahren grätschte immer wieder die Telekom mit der Ertüchtigung alter Kupferleitungen dazwischen, wenn vor Ort schon der eigene Glasfaserausbau geplant wurde. Zudem hat schlichtweg der Bund zu lange geschlafen, was die Unterstützung der Kommunen anbelangt. Und jetzt schläft er weiter, weil er nicht schon längst seine Förderrichtlinien an die Realität angepasst und bürokratische Hürden abgebaut hat. Glasfaser ist Teil einer funktionierenden Infrastruktur. Und die sollte eigentlich im ureigenen Interesse des Staates sein.
Nun kann man sich wunderbar über solche Dinge ärgern. Oder man blickt etwas weiter über den Tellerrand hinaus und erkennt, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt. Das zeigt uns allen gerade der zweijährige Königsbronner Oliver, der einen Autounfall in Mexiko nur knapp und mit schwersten Verletzungen überlebt hat. Die Geschichte des kleinen, trotz allem immer lächelnden Jungen und seiner Eltern, die um die Zukunft ihres Kindes kämpfen, berührt Menschen weltweit auf Social Media – und sie hat auch hier vor Ort eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Etliche Spendenaktionen wurden gestartet, von Vereinen, Kulturschaffenden, Kommunen und Privatleuten.
Auch das gibt es in unserer Gesellschaft also noch: Mitgefühl und Zusammenhalt. Das darf optimistisch stimmen.