Nach nicht einmal zwei Jahren: Chefarzt Prof. Billmann verlässt das Heidenheimer Klinikum
Nach nicht einmal zwei Jahren als Chefarzt der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, verlässt Prof. Dr. Franck Billmann das Klinikum Heidenheim zum 30. November. Dies bestätigt das Klinikum auf Anfrage der HZ. Zuvor hatte schon die Stuttgarter Zeitung berichtet, denn der 49-Jährige wird am 1. Dezember als Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Esslingen beginnen.
Der Wechsel erfolge „aus persönlichen Gründen“, so Stefanie Rall, Pressesprecherin des Heidenheimer Klinikums. Die Allgemeinchirurgie, insbesondere die roboterassistierte minimalinvasive Chirurgie mit dem Da-Vinci-OP-System, habe für das Klinikum eine herausragende Bedeutung. „Deswegen befinden wir uns bereits in Gesprächen zur Nachbesetzung der Stelle“, erklärt Rall.
Billmanns Weggang folgt nur wenige Monate, nachdem die Gynäkologie-Chefärztin Dr. Carina Paschold in den Ruhestand ging. Zudem wird der Urologie-Chefarzt Dr. Robert Hefty kommissarisch vertreten. Die drei Chefärzte waren maßgeblich daran beteiligt, die assistierten Operationen mit dem Da-Vinci-Roboter in Heidenheim zu etablieren.
Auf dieses Angebot habe Billmanns Weggang aber keinen Einfluss, so die Klinik-Pressesprecherin: „In der Allgemeinchirurgie, der Urologie und der Gynäkologie verfügen wir über Oberärztinnen und Oberärzte mit hervorragenden Kenntnissen in der roboterassistierten Chirurgie.“ Deshalb könnten alle Operationen weiterhin stattfinden.
Der Da-Vinci-OP-Roboter wird seit Mitte November 2023 im Klinikum eingesetzt. Die OP-Tage teilen sich die Abteilungen Frauenheilkunde, Urologie und Viszeralchirurgie. Zum Einsatz kommt das 2,25 Millionen Euro teure High-Tech-Gerät vorrangig bei Tumoroperationen und anderen großen Eingriffen.
Vorgänger fristlos entlassen
In Esslingen folgt Franck Billmann auf Ludger Staib, der im April fristlos entlassen worden war. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, habe diese Entlassung in Esslingen für Aufregung gesorgt. Vier von Staibs früheren Chefarzt-Kollegen hatten das Vorgehen des Esslinger Klinikums öffentlich kritisiert. Während die Klinik Pflichtverletzungen als Grund für die Entlassung des Chefarztes anführte, stellten die Ex-Chefärzte in den Raum, dass es um das Nicht-Erreichen von Fallzahlen gegangen sei. Der Fall ging vor Gericht. Laut Stuttgarter Zeitung gibt es noch keine abschließende Einigung.
