Mitten in der Stadt, trotzdem mulmig: Wo sich Menschen in Heidenheim unsicher fühlen
Angstorte liegen nicht nur dort, wo es dunkel und einsam ist. Ein Blick auf die bisherigen Antworten der HZ-Umfrage zu Angsträumen zeigt vor allem eines: Viele Menschen fühlen sich ausgerechnet mitten in Heidenheim unwohl. Besonders häufig tauchen Orte in und rund um die Innenstadt auf – von der Fußgängerzone über den Bahnhof und den ZOB bis hin zu Grabenstraße und Schlossberg.
Auf der Karte der genannten Orte zeichnet sich damit ein deutlicher Schwerpunkt ab. Gleichzeitig werden zahlreiche Unterführungen, Wege und abgelegene Bereiche genannt. Das Bild, das die mehr als 250 Rückmeldungen zeichnen, ist deshalb vielfältig.
Innenstadt sticht heraus
Besonders auffällig ist die Häufung der Nennungen in der Heidenheimer Innenstadt. Stadtmitte und Fußgängerzone werden ebenso genannt wie der Bahnhof und der ZOB und ZOH. Auch der Bereich um den Treff 9, die Clichystraße, die Hintere Gasse, die Grabenstraße und der Bereich rund um Rathaus und Pauluskirche finden sich in den Antworten. Und auch der Bereich um das Rewe-Center wird genannt.

Damit zeigt die Umfrage: Ein Angstort muss nicht zwangsläufig abgelegen sein. Auch dort, wo tagsüber viele Menschen unterwegs sind, kann das Sicherheitsgefühl offenbar deutlich anders ausfallen – insbesondere zu später Stunde.
Ein weiterer Schwerpunkt sind Unterführungen. In den Antworten werden gleich mehrere genannt: die Pilz'sche Unterführung, die Unterführung am Stillen Weg, die Unterführung zu Gleis 2 am Bahnhof und die Unterführung an der Zanger Straße. Auch die Unterführung an der B19 in Schnaitheim wurde genannt.
Bahnhof, Wege und Parkplätze
Auch Verkehrsknotenpunkte und Wege spielen in den Rückmeldungen eine Rolle. Neben dem Heidenheimer Bahnhof werden der Bahnhof in Schnaitheim und der Giengener Bahnhof genannt. Hinzu kommen verschiedene Parkplätze, darunter der Parkplatz an der Karl-Rau-Halle und der Müller-Parkplatz.
Daneben nennen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlreiche Wege und Verbindungen. Dazu gehören etwa der Weg entlang der Brenz zwischen Wohnmobilstellplatz und Ballspielhalle, der Radweg zwischen Mergelstetten und Bolheim, der Seewiesen-Weg zwischen Heidenheim und Schnaitheim, die Härtsfeldstraße oder der Waldweg am FCH. Weitere Nennungen gibt es beispielsweise für den Waldfriedhof, den Brenzpark, den Totenberg, das Schloss und die Voithsiedlung.
Auch Schnaitheim ist mit mehreren Orten vertreten. Neben der Unterführung an der B19 werden unter anderem der Fischerweg und der Bahnhof genannt.
Auch Giengen und Herbrechtingen genannt
Die Rückmeldungen verteilen sich allerdings über den gesamten Landkreis. Aus Giengen werden unter anderem die Innenstadt, Kaufland, der Bahnhof und die Memminger Wanne genannt. In Herbrechtingen finden sich etwa der Bahnhof, das Eselsburger Tal, der Osram-Parkplatz und der Bereich entlang der Brenz in den Antworten.
Die Karte zeigt damit kein einzelnes Zentrum der Angst. Sie macht aber sichtbar, dass sich die Nennungen an bestimmten Stellen häufen. Besonders deutlich wird das rund um die Heidenheimer Innenstadt. Dazu kommen Unterführungen, Bahnhöfe und Wege, bei denen offenbar bei mehreren Menschen ein ungutes Gefühl entsteht.
Umfrage läuft weiter
Die HZ-Umfrage läuft weiter. Die bisherigen 250 Rückmeldungen liefern dabei zunächst ein Bild davon, welche Erfahrungen Menschen im Landkreis machen und wo sie sich unsicher fühlen.
Im nächsten Artikel geht es um das Thema: Gefühlte Gefahr versus echte Kriminalität – passt das zusammen?
