Angsträume (1)

Dunkle Wege, mulmige Gefühle: So äußert sich die Stadt zu den Angsträumen

250 Menschen haben sich bislang an der HZ-Umfrage zu Angstorten, Belästigungen und Übergriffen beteiligt. Besonders häufig werden Unterführungen und schlecht beleuchtete Orte genannt. Was die Stadt zu den Umfrageergebnissen sagt:

Dunkle Unterführungen, schlecht beleuchtete Wege und abgelegene Orte führen – auch wenn man es vielleicht nicht unbedingt zugeben will – bei vielen zu Gänsehaut. Gerade in der Dämmerung, die in den kommenden Monaten immer früher einsetzt, stellt sich die Frage: Will ich diesen Weg wirklich allein durch die Unterführung nehmen? Vielleicht liegt es daran, dass man Unterführungen auch aus Filmszenen mit gefährlichen Situationen verbindet. Vielleicht sind es aber auch die Enge, die Dunkelheit und das Gefühl, nicht jederzeit ausweichen zu können, die einen solchen Ort unheimlich machen.

Dass dieses Gefühl viele Menschen kennen, zeigen die bisherigen Ergebnisse der HZ-Umfrage zu Angsträumen im Landkreis Heidenheim. Inzwischen haben 250 Menschen ihre Erfahrungen geschildert. Während einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeben, keine Orte zu kennen, an denen sie sich besonders unsicher fühlen, werden bestimmte Orte und Situationen immer wieder genannt. Vor allem Unterführungen und schlecht beleuchtete Bereiche tauchen in den Rückmeldungen auf. Zudem berichten Teilnehmer von persönlichen Erfahrungen mit Belästigungen oder Übergriffen.

Stadt nimmt Sorgen ernst

Diese Anfrage hat die Redaktion der Heidenheimer Zeitung zum Anlass genommen, die Stadt Heidenheim mit den Ergebnissen und den konkret genannten Orten zu konfrontieren. Oberbürgermeister Michael Salomo betont: „Wir nehmen die Ängste und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst.“ Um die Arbeit der Polizei zu unterstützen, hat die Stadt ihren Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) aufgestockt. Dieser werde zudem permanent weitergebildet und für die Zusammenarbeit mit der Polizei weiterqualifiziert.

Auch darüber hinaus sei das Thema Sicherheit für die Stadtverwaltung von Bedeutung, erklärt Claudia Dürr, die bei der Stadt für Recht, Ordnung und Sicherheit zuständig ist. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich sehr sicher fühlen in Heidenheim“, sagt sie. Die Stadt investiere fortlaufend in neue Ausstattung und Einsatzmittel. Zudem sollen zeitnah neue Geschwindigkeitsmessanlagen eingeführt werden, um nächtliches Rasen zu unterbinden und damit das Sicherheitsgefühl auch in diesem Bereich zu stärken.

Nächtliche Abschaltung Thema

Ein weiterer Punkt, der in den Umfrageergebnissen immer wieder genannt wird, ist die Beleuchtung. Gerade in den Stunden, in denen die Straßenbeleuchtung nachts abgeschaltet ist, fühlen sich viele Menschen in Heidenheim nach eigenen Angaben nicht sicher.

Zeitgleich verweist die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang aber auf eine Regelung, die der Technik- und Umweltausschuss bereits im Oktober 2022 beschlossen hatte. Unter anderem wurde als Reaktion auf die damalige Energiekrise einstimmig beschlossen: Die Straßenbeleuchtung wird für fünf Tage pro Woche von Sonntagabend bis Freitagfrüh zwischen 1 Uhr und 4 Uhr ausgeschaltet, teilt der städtische Pressesprecher Ingmar Volkmann mit.

Gleichzeitig soll diese Maßnahme Strom sparen und Energiekosten reduzieren. „Zu den Themen Stromsparen und Umweltbewusstsein gehört eben auch, den Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung zu reduzieren“, so Volkmann. Gerade mit Blick auf knappe Haushalte führe dies zudem zu Einsparungen bei den Energiekosten.

Gleichzeitig zeigt sich die Stadt offen für Veränderungen, wenn die Beleuchtung an bestimmten Stellen zum Sicherheitsgefühl beitragen kann. OB Salomo erklärt: „Selbstverständlich hat die Stadt Heidenheim aber ein offenes Ohr für die Nöte und Ängste der Bürgerinnen und Bürger. Falls mehr Beleuchtung zum Sicherheitsgefühl beitragen kann, werden wir uns zeitnah um dieses Thema kümmern.“

Umfrage läuft weiter

Die HZ-Umfrage läuft weiter. Die bisherigen 250 Rückmeldungen liefern dabei zunächst ein Bild davon, welche Erfahrungen Menschen im Landkreis machen und wo sie sich unsicher fühlen.

Im nächsten Artikel geht es darum, welche Orte in Heidenheim besonders häufig als Angsträume genannt werden – und wo diese auf der Karte liegen.