Sie sind weder Tier noch Pflanze, sie existieren seit Millionen von Jahren, doch man nimmt sie kaum wahr. Zu erforschen und zu dokumentieren, was Schleimpilze sind und tun, ist eine wissenschaftliche Aufgabe. Deren subtile Intelligenz hörbar zu machen, kann Kunst sein. Noch bis 15. Februar sind im Heidenheimer Kunstmuseum die künstlerischen Arbeiten von Enya Burger mit realen Schleimpilzen und zu ihrem zweiten Leben in der Mythologie zu sehen und zu hören. Vor wenigen Tagen war Enya Burger Gast im Kunstmuseum, um im Künstlerinnengespräch Auskunft über ihre Art der Kunst zu geben, und sie tat dies auf beeindruckende Weise.
Für das von Museumsleiter Marco Hompes geführte Künstlerinnengespräch war Enya Burger eigens aus Düsseldorf angereist. Dort war sie auch sieben Jahre an der Kunstakademie eingeschrieben gewesen. Zuerst hatte Enya Burger ihre Zukunft beim Film gesehen. Doch die vom Dozenten aufgeworfene Frage „Tatort drehen oder Kunst machen?“ führte die heute 29-Jährige auf ihre jetzige Spur.

Burger versteht sich als Konzeptkünstlerin, die eine gewonnene Idee oder Einsicht visualisiert. Für die Umsetzung eignet sie sich sehr viel Wissen an – theoretisch über geistige und historische Zusammenhänge ebenso wie über praktische Möglichkeiten einer technischen Umsetzung. Das „Schlaraffenland“ Kunstakademie, in dem für alles gesorgt war, hat sie gegen ein Atelier eingetauscht, in dem sie allein für alles zu sorgen hat – bis hin zur Steuererklärung.
Die Heidenheimer Ausstellung im Rücken plant Burger derzeit einen Wohnortwechsel nach Berlin, der sie auch der Verwirklichung ihres allergrößten Traums näherbringen soll: den Deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig gestalten zu dürfen.
Ein zweiter Anlass für gut 60 Interessierte, diesen Abend im Museum zuzubringen, war der Neujahrsempfang des Förderkreises Kunstmuseum (FÖK). „Auf ein Neues“ brachte Vorsitzende Petra Lange den Toast auf 2026 aus, verbunden mit einer kurzen Rückschau auf das Jahr 2025, das für den Verein wahrlich exzeptionell gewesen ist.
Zwei neue Kunstwerke dank Förderern
Dank großzügiger Förderer konnten für den Außenbereich des Kunstmuseums die Plastik „What a Day“ entwickelt und produziert und im Foyer des Museums die ansprechende Sitzskulptur „Wave“ etabliert werden. Dass der Entwurf der Leipziger Designer funktioniert und Freude macht, zeigte sich auch beim vollen Foyer am Festabend.
Damit der FÖK auch in Zukunft ein großzügiger Förderer des Kunstmuseums sein kann, warb Lange um weitere Mitgliedschaften, die ja etliche Vergünstigungen einschlössen. Lange hatte zudem als Lesefrucht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung mitgebracht, dass Bürgerinnen und Bürger nach Familie und Freundschaften das höchste Vertrauen unter öffentlichen Einrichtungen in die Museen haben. Diesen Vertrauensbeweis wolle man sich auch weiter verdienen.

