Der Plan, die Grabenstraße zur Fußgängerzone umzuwandeln, mag auf den ersten Blick attraktiv erscheinen. Was dabei bislang kaum Beachtung findet, sind die Folgen für die Bewohner der umliegenden Wohnstraßen. Durch die Einrichtung der Fußgängerzone wird der bisherige Busverkehr aus der Grabenstraße verlagert. Künftig sollen rund 160 Busse täglich durch die Ploucquetstraße und ebenso viele durch die Bahnhofstraße geführt werden. Betroffen sind dort insgesamt rund 220 Bewohner, während in der Grabenstraße selbst nur etwa 60 Menschen wohnen. Die Belastung wird damit von einem Bereich auf andere Wohnstraßen verlagert, mit erheblichen Auswirkungen auf deren Lebensqualität.
Besonders bitter ist diese Entwicklung, weil sowohl die Ploucquetstraße als auch angrenzende Bereiche Teil eines einst als Vorzeigeprojekt für innerstädtisches Wohnen beworbenen Quartiers sind. Ruhig, hochwertig und lebenswert – so wurde insbesondere das Ploucquet-Quartier angepriesen. Mit dauerhaftem Busverkehr wird dieses Versprechen zur Farce. Bedingt auch durch die enge und hohe Bebauung nehmen dadurch Lärm, Erschütterungen und Abgase deutlich zu, und ein Wertverlust der Wohnungen ist absehbar.
Eine Fußgängerzone kann die Innenstadt beleben. Sie darf jedoch nicht dadurch erkauft werden, dass die Belastungen auf bestehende Wohnquartiere abgewälzt werden. Stadtentwicklung darf nicht bedeuten, Probleme lediglich zu verlagern. Wer Wohnraum schafft, trägt auch Verantwortung für dessen Schutz.
Gisela Fandrich, Heidenheim

