Jugendbeteiligung

Heidenheims Skatepark soll erneuert werden: Das sind die Pläne

Einst war der Heidenheimer Skatepark am Lokschuppen ein Anziehungspunkt für die Szene weit über die Stadt hinaus. Nun soll die Anlage fit für eine neue Generation werden – gemeinsam mit denen, die dort heute und künftig skaten. Erste Ideen gibt es bereits.

Die tiefen Bowls erinnern an eine Zeit, in der Heidenheims Skatepark am Lokschuppen weit über die Stadt hinaus bekannt war. Skater kamen eigens hierher, die Anlage war Treffpunkt einer lebendigen Szene. Doch der Park ist in die Jahre gekommen, die Ansprüche haben sich verändert. Nun rückt ein Wunsch wieder in den Fokus, den Jugendliche schon vor Jahren geäußert haben: die Erneuerung der Skateanlage. Carolin Schmid, Leiterin des Jugendreferats, will dafür zunächst diejenigen zusammenbringen, die den Park kennen und nutzen. Denn noch steht nicht fest, wie die Anlage künftig aussehen soll. Die Ideen dafür sollen gemeinsam mit den Heidenheimer Skaterinnen und Skatern entwickelt werden.

Mit dem Skate-Festival „Grab your Street“ am Samstag, 19. September, in der Grabenstraße will Schmid die Heidenheimer Skateszene wieder stärker zusammenbringen. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Veranstalter und ehemaligen Profiskater Phil Anderson sollen die Bedürfnisse der Szene gesammelt werden.

Das sind die aktuellen Probleme an der Heidenheimer Skateranlage

Denn was Anfang der 2000er-Jahre als modern galt, muss heute nicht mehr den Bedürfnissen der Szene entsprechen. Inzwischen gehe der Wunsch stärker auch in Richtung anfängerfreundlicher Bereiche und Flächen, auf denen Tricks geübt werden können, erzählt Schmid. Wie der künftige Park tatsächlich gestaltet wird, sollen aber gerade nicht Erwachsene allein entscheiden. „Wir brauchen natürlich die Profis vor Ort, die am Ende den Park auch nutzen sollen“, sagt Schmid.

Einer von ihnen ist Julian Eßlinger. Er skatet seit seinem zwölften Lebensjahr in Heidenheim. Für ihn liegt das dringendste Problem derzeit beim Zustand des Parks. „Wir haben teilweise gefährliche Schlaglöcher im Asphalt, die zwar immer wieder geflickt werden, aber irgendwann wieder aufbrechen.“ Ein vernünftiger und sicherer Untergrund sei die Grundlage eines Skateparks.

Der Heidenheimer Skater Julian Eßlinger und Jugendreferentin Carolin Schmid haben schon als Jugendliche gemeinsam geskatet. Ingmar Volkmann

Bei einer Erneuerung sieht Eßlinger die Chance, unterschiedliche Könnensstufen zusammenzubringen. Der Park müsse Anfänger abholen und zugleich erfahrenen Fahrern genügend Möglichkeiten bieten. „Wenn man das gut plant, könnte Heidenheim damit sogar einen Skatepark bekommen, für den Leute aus der Umgebung extra herkommen.“

Dass dabei mehrere Generationen mitreden können, ist für Schmid eine Besonderheit der Heidenheimer Szene. Viele der Skater, die vor zehn oder mehr Jahren selbst regelmäßig im Park unterwegs waren, seien inzwischen Eltern. Manche bringen heute ihren eigenen Kindern das Skaten bei. Damit können sie beides einbringen: ihre Erfahrungen von früher und den Blick darauf, was Kinder benötigen, die heute erstmals auf einem Board stehen.

Das waren die drei Hauptwünsche der Jugendlichen

Der Wunsch nach einer erneuerten Skateanlage ist nicht am Bürotisch entstanden, sondern kommt von den Jugendlichen selbst. Bereits bei einer Jugendbeteiligung im Jahr 2021 hatten Kinder und Jugendliche angegeben, was ihnen in Heidenheim fehlt. Drei größere Wünsche kristallisierten sich laut Schmid heraus: ein Pumptrack, ein Gaming-Room im Jugend- und Kulturzentrum Treff 9 und die Sanierung des Skateparks. Pumptrack und Gaming-Room sind inzwischen umgesetzt. Nun soll der nächste Wunsch angegangen werden.

Beteiligungsformat „Chill and Choose Your Spot”

Dabei will Schmid die Jugendlichen nicht erst dann beteiligen, wenn fertige Pläne auf dem Tisch liegen. Vernetzung und der möglichst frühe Austausch sind ein zentraler Teil ihres Ansatzes. Aus dem Beteiligungsformat „Schule trifft Rathaus“ hat sie deshalb inzwischen die Idee „Chill and Choose Your Spot“ entwickelt. Dabei geht sie dorthin, wo sich junge Menschen ohnehin aufhalten, spricht mit ihnen darüber, was ihnen dort fehlt, und bringt sie mit den Stellen und Menschen zusammen, die bei der Umsetzung helfen können.

Ein solches Treffen kann sie sich künftig auch am Skatepark vorstellen – mit alten Skatern, Eltern, der heutigen Szene und Jugendlichen, die erst anfangen. „Ich bin quasi die Brücke zwischen jungen Menschen und den Erwachsenen“, beschreibt Schmid ihre Rolle.

Skaten, Skate, Skatepark, Heidenheim, Rudi Penk

Eßlinger erinnert sich gerade an dieses Miteinander als einen wichtigen Teil der Heidenheimer Skate-Kultur. Als Jüngerer habe er den älteren Skatern zugesehen, von ihnen Tipps bekommen und Tricks gelernt. Später habe sich die Rolle umgedreht. „Irgendwann bist du dann selbst der Ältere und kannst genau das an die nächste Generation weitergeben.“ Genau eine solche Szene wünscht er sich wieder: einen Ort, an dem Kinder anfangen zu skaten, andere kennenlernen und Jahre später sagen können: „Da hab ich damals angefangen.“

Erste Ideen für ein Skate-Festival 2027 in Heidenheim

2027 soll der eingeschlagene Weg deshalb zunächst fortgesetzt werden. „Grab your Street“ soll im kommenden Sommer möglichst in größerer Form wiederholt werden. Dann könnte die Veranstaltung an der Skateanlage stattfinden, die aktuell wegen der Bahn-Großbaustelle schwer erreichbar ist. Vor allem aber soll bis dahin der Kontakt zur Szene bestehen bleiben. Mit einer Umsetzung könnte es laut Schmid ab 2028 losgehen. Ein fester Zeitplan steht aber noch nicht. Zunächst müssen Finanzierung und mögliche Fördermittel geklärt werden.

Für Schmid schließt sich auch persönlich ein Kreis. Sie stammt selbst aus Heidenheim, studierte Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe an der DHBW und arbeitete später als Schulsozialarbeiterin an ihrer früheren Schule, der Friedrich-Voith-Schule. Seit Juni 2025 leitet sie das Jugendreferat. Eßlinger kennt sie bereits seit der Grundschule. In ihrer Jugend stand sie selbst auf dem Skateboard.

Skate-Fest am Samstag in der Grabenstraße

Das Skate-Festival „Grab your Street“ findet am Samstag, 19. September, von 11 bis 18 Uhr in der Grabenstraße direkt vor dem Heidenheimer Rathaus statt. Angeboten werden Skateboard-Workshops für alle Altersklassen, zudem zeigen erfahrene Skater ihre Tricks. Zum Rahmenprogramm gehören Airbrush- und Graffiti-Aktionen für Kinder und Jugendliche sowie Kindertanzen mit dem ST Heidenheim. Die Bogenschützen des SV Mergelstetten bieten von 11 bis 16 Uhr eine Mitmachaktion für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren an. Das Festival wird vom ehemaligen Profiskater Phil Anderson aus Stuttgart mitgestaltet, der ein ähnliches Format bereits in anderen Städten umgesetzt hat, unter anderem zwischen Landtag und Oper in Stuttgart.