Ich bedanke mich bei allen Stadträtinnen und Stadträten, die nicht dem Antrag der CDU/FDP-Fraktion für die Schaffung einer Waffenverbotszone in Heidenheim zugestimmt haben. Das zeugt für mich von einem gesunden Demokratieverständnis. Die zuständige Fachkraft für Recht, Sicherheit und Ordnung hatte dem Gremium erläutert, dass dafür schlicht keine rechtlichen Grundlagen bestehen, und damit hielten sich diese gewählten Vertreterinnen und Vertreter des Volkes ganz klar an Recht und Gesetz. Was auch sonst?
Auch der Leiter des Polizeireviers Heidenheim präsentierte dem Gremium Belege aus der Polizeilichen Kriminalstatistik, die zeigen, dass an keinem Ort in der Innenstadt eine Häufung von Straftaten festzustellen ist. Schade, dass die Heidenheimer Zeitung zu ihrem Artikel trotzdem ein großes Foto mit einer sehr bedrohlichen Wirkung abdruckte. Seriöser Journalismus geht für mich anders.
Ich wünsche mir eine Stadtpolitik, die verbindet und positiv ausgerichtet ist. Solche Versuche, wie dieser Antrag, suggerieren doch, dass es hier scheinbar Gründe für Angst und Misstrauen gibt. Aber genau das sehe ich als die eigentliche Gefahr für unsere Gesellschaft, denn so agieren doch Menschen mit populistischem Verschwörungsdenken. Ich möchte eine offene, freundliche und tolerante Stadtgesellschaft, so, wie sie sich uns gerade erst wieder beim internationalen Straßenfest gezeigt hat. Die Mehrheit im Gemeinderat ist da auf der richtigen Seite, und das ist gut so.
Warum es in Heidenheim auch künftig keine Waffenverbotszone geben wird
In diesem Zusammenhang möchte ich auch Herrn Weichert als Reaktion auf seinen Leserbrief zurufen, doch bitte bei den Fakten zu bleiben, wenn er beklagt, dass die ca. 200 angeblichen Einwendungen gegen die Umgestaltung der Grabenstraße aus seiner Sicht durch die Stadtverwaltung stillschweigend unter den Tisch fallen gelassen würden. Das ist aber Unsinn, denn die Verwaltung hat jeden einzelnen Einwand zu prüfen, und das hat sie auch gemacht. Bloß veröffentlichen muss (oder darf sie vielleicht wegen des Datenschutzes) diese nicht.
Warum Herr Weichert von einer „Masse an Kritik“ spricht, kann ich nicht nachvollziehen, denn in Heidenheim leben ca. 50.000 Menschen. Jede Stimme zählt, das sehe ich auch so, aber wenn die sehr große Mehrheit entweder keine Einwände hat, oder es ihr nicht wichtig ist, dann ist das ganz einfach die Faktenlage. Das ist halt auch Demokratie. Wer schreit, hat nicht automatisch recht, und wenn sich Herrn Weichert der Verdacht aufdrängt, dass kritische Stimmen von der Stadt verschleiert werden sollen, bewegt er sich auch massiv im Reich der Verschwörungen. So etwas ist aber niemals hilfreich, im Gegenteil.
Stefani Schall-Uhl, Heidenheim