Ein Terminal, das Führerscheine und Zulassungsunterlagen ausgibt wie ein Paketautomat: Seit dem 19. Januar steht das Smart-Terminal vor dem Heidenheimer Landratsamt und soll den klassischen Gang beim Abholen der Papiere verändern. Noch fehlen belastbare Zahlen, so Diana Prutzer, Pressesprecherin des Landratsamtes, doch die Verwaltung ist überzeugt, dass sich damit Wartezeiten reduzieren lassen. „Im Bereich der Zulassungsbehörde kann die Verweildauer in der Behörde bei einer Abholung am Smart-Terminal deutlich reduziert werden, da nicht gewartet werden muss, bis der Vorgang abschließend bearbeitet ist.“, so die Pressesprecherin.
So funktioniert das Smart-Terminal
Der Ablauf ist klar strukturiert: Eine Abholung ist nur über eine Mehr-Faktor-Authentifizierung mit einem QR-Code, der als Ausdruck übergeben wird, und einer sechsstelligen, vom System automatisiert vergebenen TAN, die an eine E-Mail-Adresse versandt wird, möglich. Diese E-Mail-Adresse wird seitens der Kundschaft bei Abgabe der Unterlagen hinterlegt.
Das Terminal selbst verfügt über 84 Fächer, ist rund um die Uhr zugänglich und arbeitet mit Kameraüberwachung. Die Bearbeitungszeiten der Vorgänge bleiben unverändert; die Abholung wird jedoch deutlich flexibler, so Prutzer. Die Investition lag, laut der Pressesprecherin im hohen fünfstelligen Bereich.
Nutzung und Abholung
Am Ticketautomaten im Eingangsbereich steht dafür eine eigene Auswahloption bereit: Über den Button „S“ können Kundinnen und Kunden der Kfz-Zulassungsbehörde vollständige Zulassungsvorgänge ohne Termin abgeben. Nach dem Aufruf am Informationsschalter werden die Unterlagen, einschließlich reservierter und bereits geprägter Kennzeichen, eingereicht. In der Regel erfolgt die Bearbeitung bis zum nächsten Werktag, danach können die fertigen Dokumente am Terminal abgeholt werden.
Auch die Fahrerlaubnisbehörde wolle das System künftig einführen. Neu ausgestellte Führerscheine können dann ebenfalls unabhängig von Öffnungszeiten am Terminal abgeholt werden. Zusätzlich zur Ausgabe am Schalter und zur Abholung am Terminal besteht weiterhin die Möglichkeit des Direktversands.
Grundsätzlich sei die Abholung für alle Vorgänge vorgesehen. Aufgrund der Vielfältigkeit des Leistungsangebots müssen bei manchen Vorgängen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werde, so Prutzer. „Ein Beispiel aus der Fahrerlaubnisbehörde ist der Umtausch einer Fahrerlaubnis, da hier die alte Fahrerlaubnis bereits bei Beantragung entwertet werden müsste. Solche Besonderheiten werden jedoch bei Abgabe des Anliegens erläutert“, teilt die Pressesprecher mit.
Wie finden es potenzielle Nutzende?
Jochen Bieber, 65 Jahre alt, begrüßt vor allem die Abholung außerhalb der Öffnungszeiten. Er sieht jedoch mögliche Hemmschwellen für Menschen mit wenig Technik-Erfahrung und hätte das Terminal lieber im geschützten Innenbereich gesehen.

Angelina Sakowski (19) hebt hervor, dass man dadurch Zeit sparen kann. Zugleich fordert sie mehr digitale Möglichkeiten: idealerweise eine vollständige Online-Beantragung, um zusätzliche Behördengänge zu vermeiden. Zudem ist für sie eine einfache Nutzung wichtig – gerade für Menschen ohne Smartphone oder Technikaffinität.
Flexibel und entlastend
Anke Fetzer hat das System beim Umtausch ihres Führerscheins zum ersten Mal genutzt. In diesem speziellen Fall musste sie allerdings aufs Landratsamt, um dort mit Unterschrift und Personalausweis ihren neuen Führerschein anfordern zu können. Abholen kann sie ihn dann aber im Terminal. Die Bearbeitungszeit liege bei eineinhalb bis zwei Wochen, wurde der 50-Jährigen von einer Mitarbeiterin der Führerscheinstelle erklärt. Den flexiblen Abholzeitraum empfindet sie als klaren Vorteil. Die Bedienung sei unkompliziert, auch Bezahlen könne man direkt am Automaten. Für sie ist das Terminal „definitiv eine Bereicherung“.

Auch Tina Riedling findet das Terminal sinnvoll, besonders wegen der flexiblen Abholzeiten. Zwar muss man weiterhin zur Antragstellung bei einem Führerscheinumtausch persönlich ins Landratsamt, dennoch kann das Terminal den Ablauf für viele vereinfachen, so die 19-Jährige.
Der 18-jährige Mattis Fleck findet die Idee gut, dass die Wartezeit verkürzt wird, wenn man seine Dokumente abholen will und gleichzeitig das Personal entlastet wird. Zudem sieht er den Vorteil, dass man nicht an Öffnungszeiten gebunden ist und somit auch zu für sich selber günstigeren Zeiten kommen kann.


