Bis spät in die Nacht wurden noch die letzten Schrauben reingedreht und Teppich verlegt: Mittendrin Victor Lebedew, Chef der gleichnamigen Firmengruppe aus Donauwörth. Nicht ohne Stolz konnte er mit einer Vielzahl an Gästen einige Stunden später den Erweiterungsbau des Stadthotels einweihen.
„Nach dem Kauf und dem Umbau, den wir in sieben Monaten gestemmt hatten, ist das hier in Giengen heute der nächste Mosaikstein“, so der Eigentümer des Stadthotels bei der Einweihungsfeier. Wie angekündigt, konnte der Bau von 21 weiteren Zimmern innerhalb von zwölf Monaten realisiert werden.

Das, so Lebedew, sei nur möglich, wenn man ein gutes Team sein Eigen nennen könne. Dankbar zeigte sich der Firmenchef aber nicht nur über die gute Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen und seinen Mitarbeitenden, sondern auch hinsichtlich der guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung beim Großvorhaben entlang des Anton-Bruckner-Wegs.
Abriss von Garagen
Eben dort standen zuvor noch Garagen. Weil das Hotel immer wieder ausgebucht war und Gästeanfragen negativ beschieden werden mussten, hat man sich das Grundstück angesehen und erkannt, dass mehr auf dem Areal möglich ist: Der Anbau nach Abriss der Garagen entstand im 90-Grad-Winkel zum Bestand und bietet auf mehreren Etagen Einzelzimmer, die wohl hauptsächlich Gäste beherbergen werden, die bei Firmen in Giengen und der Region zu tun haben oder touristische Ziele im Umkreis ansteuern. Insgesamt verfügt das Hotel nun über 51 Zimmer.

„Ich ziehe meinen Hut vor der Leistung und der Investition in unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Dieter Henle bei der Einweihung des Erweiterungsbaus, den der Rathaus-Chef als „gelungen“ bezeichnete. Dass die angepeilte Bauzeit von einem Jahr eingehalten werden konnte, sei ein Beleg für den engagierten Einsatz der beteiligten Firmen, die fast ausnahmslos aus der weiteren Region kämen. Das Stadthotel sei darüber hinaus ein klares Beispiel dafür, dass es sich lohne, in Giengen zu investieren.
Weitere 42 Zimmer im Herbst
Wenn im Herbst weitere 42 Zimmer im Hotel beim Barfüßer fertiggestellt werden, sind innerhalb eines Jahres in Giengen mehr als 60 weitere Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels in der Stadt entstanden. Dass es damit zu einem Überangebot an Übernachtungsmöglichkeiten kommt, ist nicht zu erwarten: Immer wieder war auch von Unternehmerseite beklagt worden, es gebe zu wenig Zimmer für Geschäftsreisende.

Giengen braut an der Zukunft: Was Giengen auf der CMT und in diesem Jahr zu bieten hat
Vom Hotel Gawron zum Stadthotel
1963 wird in der Giengener Schwage der Grundstein für eine Hotel-Tradition gelegt: Das Gawron, benannt nach seinem damaligen Betreiber Alfred Gawron, eröffnet gemeinsam mit der Gaststätte Brenzstube und wird zu einer Institution in Giengen.
1990 übernehmen Martina Ziller und Erwin Promberger den Hotelbetrieb und sanieren das Gebäude in den nächsten Jahren umfassend. Nach Abschluss der Modernisierung wird das Haus als Salzburger Hof geführt. Ziller und Promberger leiten das Haus mit Restaurant bis ins Jahr 2020. Im November des Jahres erfolgt der Verkauf aus Altersgründen.
Käufer ist die Hotel-Familie Lebedew aus Donauwörth, die das Hotel in den nächsten Monaten umfassend saniert. Im Erdgeschoss zieht der Gastronom Leon Gaijtani mit seinem „La Cucina“ ein. Der Restaurantbereich wird zudem um einen Wintergarten erweitert.
