Nach vier Konzertnächten

Pause vor dem kleinen Jubiläum: Warum die Hohenmemminger „Metalnight“ für 2026 abgesagt wurde

Eigentlich wollte das Team der Hohenmemminger „Metalnight“ im September die fünfte Auflage des Festivals mit einer Konzertnacht feiern. Daraus wird zumindest dieses Jahr aber nichts. Unter anderem gestiegene Kosten veranlassten die ehrenamtlichen Veranstalter zur Absage.

Vier Jahre in Folge fand in der Hohenmemminger Gemeindehalle die „Metalnight“ statt, mit zunehmend namhaften Bands aus der Welt der krachenden Gitarren und einem wachsenden Einzugsgebiet für das Publikum. Für 2026 war eine weitere Veranstaltung zum kleinen fünften Jubiläum geplant. Diese wurde vom Team nun aber abgesagt.

In einer auf Instagram veröffentlichten Nachricht machen sie unter anderem gestiegene Kosten für Technik, Gagen und die Verwertungsgesellschaft Gema für den Schritt verantwortlich. Zudem heißt es, es habe „Probleme mit den Gegebenheiten in der Halle“ gegeben. In der Summe hat das beim ehrenamtlichen Team offenbar zu Ermüdungserscheinungen geführt, die Organisatoren sehen sich zu einer Pause gezwungen, um sich neu zu orientieren. Das Festival zum Fünfjährigen soll dann 2027 stattfinden, „unter Vorbehalt“, wie es in dem Social-Media-Eintrag heißt.

Jubiläumskonzert abgesagt

Das Jubiläumskonzert war zwar erst für den September geplant, die Vorbereitungen waren aber schon weit gediehen, wie die Organisatoren Daniel Böhringer und Cathrin Mettmann berichten. Die Hauptband für das Jubiläum sei schon gebucht gewesen. All das hat das Team jetzt erst einmal gestoppt.

Die „Metalnight“ hatte sich nach den ersten Anfängen im Jahr 2022 positiv entwickelt. 2025 wurde mit „Lacrimas Profundere“ erstmals eine über den inneren Kreis der Metalszene hinaus bekannte Band eingeladen. Mit etwa 250 Besucherinnen und Besuchern und rund 80 weiteren Personen aus dem Kreise der Musiker, Techniker und Helfer war die Halle zwar auch im vergangenen Jahr nicht ausverkauft, die Resonanz des Publikums war aber durchaus gut.

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Die Finanzierung eines solchen Ein-Tages-Festivals ist dennoch eine Herausforderung. „Die Kulturbranche hat es schwer“, sagt Böhringer. Die Ausgaben seien gestiegen, gleichzeitig müssten viele Besucherinnen und Besucher auf ihre Ausgaben achten. Hinzu kommt, dass Veranstalter in der Hohenmemminger Gemeindehalle nicht auf Zusatzeinnahmen aus einem selbst organisierten Getränke- oder Speisenverkauf hoffen können. Die Gemeindehalle ist zwar eine Immobilie der Stadt Giengen, die Bewirtung ist jedoch verpachtet. Wer die Halle nutzt und Gäste bewirten will, muss dafür auf die Dienste des Pächters zurückgreifen, so steht es auf der städtischen Webseite.

Stadt bietet Unterstützung an

Zwischen Pächter und dem Veranstalterteam der „Metalnight“ gab es allerdings zuletzt unterschiedliche Ansichten über die Gestaltung der Bewirtung. Man habe nach Lösungen gesucht, heißt es seitens der Veranstalter, einige Differenzen blieben jedoch. Das bestätigt auch Pächter Arnd Fischer gegenüber der HZ. Fischer bedauert es ausdrücklich, dass das Konzert dieses Jahr nicht stattfinden wird.

Im Nachgang zur letzten Veranstaltung suchten die Veranstalter das Gespräch mit der Giengener Stadtverwaltung. Kulturamtsleiter Andreas Salemi bestätigt, dass es zu „Unstimmigkeiten“ gekommen sei. „So etwas kann passieren, man sollte es nicht zu hoch ansiedeln“, so Salemi. In einem „konstruktiven Gespräch“ sei die Stadt dem Team mit der Hallenmiete entgegengekommen und habe auch für die „Metalnight“ 2026 günstigere Konditionen angeboten, auch für ein Ausweichen in die Giengener Walter-Schmid-Halle. Auch ein Zuschuss über die Kulturstiftung Giengen sei im Gespräch gewesen. Für eine Fortsetzung im kommenden Jahr will die Stadtverwaltung frühzeitig mit allen Beteiligten das Gespräch suchen, um, so Salemi, „eine tragfähige Lösung für die Zukunft der Veranstaltung zu ermöglichen“.

Begraben ist die Hohenmemminger „Metalnight“ damit noch nicht, aber die Veranstaltergruppe will sich erst einmal ausruhen und sammeln. Ein paar kleinere Konzerte, etwa im Heidenheimer Jugend- und Kulturzentrum Treff 9, könne es durchaus geben.

Früher und heute: Metal-Festivals in der Region

Größere und kleinere Metal-Festivals haben im Landkreis Heidenheim eine gewisse Tradition. Das bekannteste Festival ist sicherlich „Rock am Härtsfeldsee“, das dieses Jahr zum 28. Mal stattfindet. Ebenfalls auf dem Härtsfeld, nämlich in Dunstelkingen, hat sich seit einigen Jahren das „Heavydays“-Festival etabliert. Bereits Vergangenheit sind einstmals beliebte Veranstaltungen wie „Kliffrock“ in Heldenfingen und „Bärenrock“ in Hürben.