Am 16. Mai 2001 ging um 21.31 Uhr ein Fax bei der Stadtverwaltung Giengen ein: die Bewerbung für einen Standplatz auf dem Samstags-Wochenmarkt. Die Familie Beyrle aus Ebnat wollte dort Eier, Kartoffeln, Nudeln, Holzofenbrot, Nusszöpfe und hausgemachte Marmelade verkaufen. Beinahe 25 Jahre lang war sie seither „Händler des Vertrauens“ auf dem Giengener Wochenmarkt. Am Samstag vor Weihnachten stand nun auf einer Tafel im Verkaufswagen geschrieben: „Danke für Ihre Treue, Ihr Vertrauen und die schönen Begegnungen. Es war uns eine Freude! Ihre Familie Beyrle.“
Bewegender Moment des Abschieds
Oberbürgermeister Dieter Henle dankte den Beyrles für ihre langjährige Treue. „Sie waren ein fester Bestandteil unseres Samstags-Wochenmarktes“, sagte er. Auf die Frage, warum er sich damals für Giengen beworben habe, antwortete Ralph Beyrle: „Ich war damals einer der ersten, die Geflügelfreilandhaltung hatten und habe mitbekommen, dass man sich in Giengen bewerben konnte.“ Für ihn sei der Abschied ein sehr bewegender Moment, ergänzte er. Ganz ähnlich ging es auch vielen Stammkundinnen und -kunden, die „ihre“ Beyrles mit herzlichen Worten verabschiedeten.
Henle überreichte Ralph Beyrle und seiner Tochter Laura ein „Genießertäschle“ für die Feiertage, dazu die Bewerbung aus dem Jahr 2001 – mit Schleife versehen. Das neue Marktkommunikationskonzept 2026 soll Ersatz schaffen und weitere Anbieter ansprechen, die Giengener „Einhornküche“ als zusätzlicher Anziehungspunkt dienen.


