Wenn der Gerstetter Himmel wieder zum Drachen-Spielplatz wird
Am Himmel wird gekämpft: Auf der Rüblinger Heide bei Gerstetten geht es beim Alb-Drachenfest nicht nur um bunte Figuren und spektakuläre Flugmanöver. Beim Rokkaku-Kampf versuchen die Piloten, die Drachen ihrer Gegner vom Himmel zu holen. Dazu kommen Fledermausdrachen im Massenstart, riesige dreidimensionale Figuren und ein Ballonglühen bei Nacht. Zum 29. Mal lädt das Team der Albflyer zum großen Drachenfest ein.
Rund 100 aktive Drachenpiloten aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden werden laut Martin Haug vom Albflyer-Team erwartet. Wie viele Drachen sie insgesamt mitbringen werden, lasse sich allerdings kaum abschätzen. Viele Teilnehmer reisen laut Haug mit gut gefüllten Drachentaschen an. Bei guter Witterung rechnen die Veranstalter mit mehreren tausend Besuchern über das Wochenende.
An beiden Tagen steht um 15 Uhr der traditionelle Fledermaus-Massenstart auf dem Programm. Dabei steigen zahlreiche Fledermausdrachen gleichzeitig in den Himmel. Am Samstag beginnt um 14 Uhr das moderierte Aktionsfeld mit verschiedenen Drachenvorführungen. Eine Stunde später folgt der Massenstart, bevor um 16 Uhr der Rokkaku-Kampf beginnt.
Drachen im Duell
Bei diesem Wettbewerb treten die Piloten mit sechseckigen Rokkaku-Drachen gegeneinander an. Die aus Japan stammenden Drachen werden nur an einer Leine geflogen, lassen sich mit etwas Geschick aber erstaunlich gut steuern, erklärt Haug. Ziel ist es, den gegnerischen Drachen zu Boden zu zwingen und gleichzeitig den eigenen möglichst lange in der Luft zu halten. Am Samstag und Sonntag sind jeweils drei Durchgänge vorgesehen. Für die Platzierungen werden Punkte vergeben, erklärt Haug: Der Sieger eines Durchgangs erhält fünf Punkte, der Zweite vier und so weiter. Nach insgesamt sechs Durchgängen addieren sich die Punkte und am Sonntag wird der Gewinner des Gerstetter Wanderpokals ermittelt.
Doch auch abseits des Wettbewerbs soll am Himmel einiges zu sehen sein. Das Aktionsfeld bietet Drachenvorführungen unterschiedlichster Art. Ein vollständig festgelegtes Programm gibt es laut Haug bewusst nicht. Die aktiven Drachenpiloten gestalten das Programm selbst mit und bringen jedes Jahr neue Drachen, Eigenbauten oder Vorführungen mit. Vieles entstehe spontan auf dem Aktionsfeld – deshalb wüssten selbst die Veranstalter vorher nicht immer genau, was es alles zu sehen geben werde, so Haug. „Genau das macht für uns auch einen Teil des Reizes unseres Drachenfests aus.“
Ein Höhepunkt am Samstagabend ist das Ballonglühen bei Einbruch der Dunkelheit. Dafür werden vier Heißluftballone des Ballonclubs Hellenstein erwartet. Bei geeigneter Witterung seien bereits am Samstagnachmittag Ballonstarts geplant. Anschließend geht es mit dem Drachen-Nachtprogramm weiter: Beleuchtete Drachen sollen über dem Flugplatz schweben, ehe eine Feuerpoi-Show den Abend abschließt. Haug betont, dass die Besucher sich überraschen lassen sollen: „Zu sehen gibt es auf jeden Fall jede Menge.“ Darüber hinaus bieten zahlreiche Händler Drachen, Zubehör und Ersatzteile an.
Am Sonntag geht es weiter
Der Sonntag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Feldgottesdienst. Anschließend stehen wieder Drachenvorführungen auf dem Aktionsfeld auf dem Programm. Um 14 Uhr wird der Rokkaku-Kampf fortgesetzt, anschließend folgt die Siegerehrung. Um 15 Uhr gehen erneut die Fledermausdrachen an den Start. Gegen 17 Uhr soll das Fest enden.
Auf besonders große Drachen beabsichtigen sich die Veranstalter nicht festzulegen. Welche Figuren am Ende am Himmel zu sehen sind, hängt davon ab, welche Drachen die Piloten mitbringen. Haug sei sich jedoch sicher, dass wieder viele kunstvolle Drachen zu sehen sein werden – von aufwendig gebauten Einzeldrachen bis zu großen dreidimensionalen Figuren. „Gerade diese Vielfalt macht unser Drachenfest aus.“
Jeder darf mitfliegen
Der Eintritt zum Fest ist frei. Wer selbst einen Drachen steigen lassen möchte, kann dies ohne Anmeldung und ohne zusätzliche Gebühren tun. Dabei seien die geltenden Sicherheitsregeln und gesetzlichen Vorschriften zu beachten, betont der Veranstalter auf seiner Webseite. Auch für Zuschauer und aktive Piloten gibt es ausgewiesene Bereiche: Die Absperrungen und Flächen für Lenkdrachen, Buggys, Familienwiese, Einleiner- und Vorführfeld sollen respektiert werden.
