Künftiger Unionsfraktionschef

Weniger Aktenstudium - Frei freut sich auf das neue Amt

Kommende Woche soll Thorsten Frei zum neuen Chef der Unionsfraktion gewählt werden. Warum er sich auf das neue Amt freut - und was ihm bislang gefehlt hat als Chef des Kanzleramts.

Der designierte Unionsfraktionschef Thorsten Frei freut sich darauf, in seinem neuen Amt weniger Zeit mit Aktenstudium zu verbringen. «Für mich war Politik immer das Arbeiten mit Menschen, und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen», sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart. 

Bislang ist Frei Chef des Bundeskanzleramts und unter anderem für die Koordinierung innerhalb der Regierung zuständig. «Sie haben von morgens bis abends mit Akten zu tun», sagte Frei über seinen Job. In dieser Position sei er in den vergangenen Monaten nicht dazu gekommen, Dinge zu tun, die er gerne mache. Er sei etwa ein leidenschaftlicher Debattenredner. Das habe er seit eineinhalb Jahren nicht mehr machen können. «Deswegen freue ich mich auch, wenn ich denn gewählt werde am kommenden Mittwoch, auf das, was kommt.»

Sondersitzung der Fraktion am kommenden Mittwoch

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Frei gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder am Mittwoch als Nachfolger von Jens Spahn (CDU) an der Spitze der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen. Über den Posten an der Fraktionsspitze müssen noch die Abgeordneten beider Parteien entscheiden. Sie sollen Frei in einer Sondersitzung am kommenden Mittwoch zu ihrem neuen Chef wählen. 

Der geplante Wechsel von Frei an die Fraktionsspitze löste eine größere Kabinettsumbildung aus. Als Nachfolgerin von Frei im Kanzleramt benannte Merz am Freitag die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Ihren Job soll künftig der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernehmen. Merz kündigte zudem weitere Veränderungen in der Bundesregierung an.