Bugatti, Rimac, MHP

Was hinter dem Verkauf von Anteilen bei Porsche steckt

Der Verkauf von Anteilen an Bugatti und Rimac bringt Porsche rund eine Milliarde Euro ein. Die Trennung ist Teil eines größeren Strategieschwenks. Welches Ziel verfolgen die Stuttgarter?

Der Autobauer Porsche hat seine Anteile an der Sportwagenschmiede Bugatti und dem E-Auto-Bauer Rimac verkauft und damit rund eine Milliarde Euro eingenommen. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen aus Stuttgart die Trennung von seiner Management- und IT-Beratung MHP bekanntgegeben. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten dazu. 

Warum verkauft Porsche Anteile an Unternehmen?

Porsche-Chef Michael Leiters ist seit Beginn des Jahres im Amt und räumt kräftig auf. Teil seiner Strategie ist es, sich wieder mehr auf das Kerngeschäft zu fokussieren. 

Ein netter Nebeneffekt bei den Verkäufen von Anteilen ist, dass sie Geld in die Kasse spülen. Geld, das der kriselnde Sportwagenbauer derzeit gut gebrauchen kann. Die Stuttgarter hatten zuletzt zu kämpfen – mit sinkenden Absatzzahlen, mageren Geschäften in China, einer geringeren Nachfrage nach E-Modellen, US-Zöllen und schrumpfenden Gewinnen.

Von welchen Unternehmen verkauft Porsche Anteile?

Am Mittwochabend hatte Porsche den Vollzug des Verkaufs seiner Bugatti- und Rimac-Anteile an ein internationales Konsortium unter der Führung der New Yorker Investmentfirma HOF Capital verkündet. Ende August hatte Porsche zudem angekündigt, seiner Beratungstochter MHP an das indische Unternehmen Tata Consultancy Services (TCS) zu verkaufen. Die Behörden müssen der vollständigen Übernahme noch zustimmen. Die Partner erwarten einen Abschluss der Transaktion in den kommenden Monaten.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hatte Porsche zudem im Mai dieses Jahres mitgeteilt, drei Tochterfirmen zu schließen. Demnach sollen die Batterie-Tochter Cellforce, die eBike Performance GmbH sowie die Software-Tochter Cetitec nicht weitergeführt werden. Insgesamt sind den Angaben nach etwa 500 Beschäftigte betroffen.

Wie geht es nun bei Porsche weiter?

Die Blicke richten sich bei Porsche nun vor allem auf den Kapitalmarkttag in knapp einem Monat. Am 7. Oktober will Porsche-Chef Leiters hier seine Strategie ausführlich vorstellen.

Außerdem läuft das Ende Juli von Management und Gesamtbetriebsrat ausgehandelte Sparpaket, wobei die Parteien auch von einem Zukunftspaket sprechen. Damit werden bei Porsche bis 2035 weitere 5.000 Stellen in der Region Stuttgart gestrichen. Im Gegenzug wurde die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen seien in dieser Zeit ausgeschlossen, hieß es. Gleichzeitig sind auch Milliardeninvestitionen vorgesehen. 

Das zuletzt beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite große Sparrunde. Bereits im Februar 2025 wurde der Abbau von rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 vereinbart. Zusätzlich liefen die befristeten Arbeitsverträge von etwa 2.000 Mitarbeitern aus.