Südwesten schneidet bei Bildungsstudie gut ab
Baden-Württemberg schneidet aus ökonomischer Perspektive mit seinem Bildungssystem in einem jährlichen Bundesländervergleich besser ab als die meisten anderen Bundesländer. Der Südwesten landete im «Bildungsmonitor» der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wie schon im vergangenen Jahr auf Platz vier - hinter Sachsen, Bayern und Hamburg.
Die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführte Vergleichsstudie untersucht anhand von 98 Indikatoren die Bildungssysteme der Bundesländer. Die Bewertung erfolgt nach Angaben der Autoren ausdrücklich aus bildungsökonomischer Sicht. So werden etwa die Bildungsausgaben pro Schüler ins Verhältnis zu den Gesamtausgaben öffentlicher Haushalte pro Einwohner gesetzt. Verglichen werden zudem die Investitionen in Schulen und Hochschulen, der Betreuungsschlüssel in Bildungseinrichtungen, Klassengrößen, die Schulabbrecherquote oder die Beteiligung an Ganztagsangeboten.
Nachholbedarf beim Ganztag
Besonders gut schneidet Baden-Württemberg der Erhebung zufolge bei der Kategorie Zeiteffizienz ab. Das Land ist demnach Spitzenreiter beim Durchschnittsalter von Studienabsolventen. Diese sind im Südwesten der Studie zufolge im Schnitt 25 Jahre alt und damit ein Jahr jünger als im Bundesschnitt. Lob gab es von den Forschern auch für die berufliche Bildung, die Digitalisierung und die Schulqualität.
Nachholbedarf sehen die Wissenschaftler dagegen bei der Ganztagsbetreuung im Südwesten. In Kitas werden in Baden-Württemberg demnach im Bundesvergleich mit 23,3 Prozent die wenigsten Kinder den ganzen Tag über betreut. Auch an Grund- und weiterführenden Schulen sei die Quote der Kinder, die an Ganztagesschulen unterrichtet würden, niedriger als im Bundesschnitt, heißt es in der Studie.
Bei der Integration landete der Südwesten ebenfalls auf einem der hinteren Plätze. Im Südwesten sei der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg relativ hoch. Ausländische Jugendliche erreichten an den Schulen im Südwesten auch seltener die Studienberechtigung als im Bundesschnitt.
