Gepfändete Gegenstände

Rolex, Lamborghini, Porsche: Das versteigert die Justiz bald

Teure Uhren, schnelle Autos und laute Motorräder: Bei bestimmten Straftaten zieht die Justiz auch Gegenstände ein. Einige besondere Stücke kommen nun bald in Stuttgart unter den Hammer.

Millioneneinnahmen für die Staatskasse erhofft sich die Justiz von einer großen Versteigerung beschlagnahmter Autos, Motorräder und Uhren. Weil etwa vier sehr hochpreisige Lamborghinis, darunter ein reiner Rennwagen ohne Straßenzulassung, in neuwertigem Zustand seien, rechne man mit Erlösen in Höhe von rund zwei Millionen Euro, sagte Gerichtsvollzieher Alexander Doster, der für die Versteigerung am 24. Oktober im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum verantwortlich ist.

Neben den vier teuren Lamborghinis kommen elf weitere Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren unter den Hammer. Diese wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet. Laut Justiz geht es um Geldwäsche, Steuerbetrug oder Drogenhandel. Wem genau die Gegenstände vorher gehört haben, gibt die Justiz nur in den Fällen bekannt, in denen die Verfahren abgeschlossen sind. Ein Porsche stammt nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart etwa von einem Mann, der wegen Drogenhandels verurteilt wurde, ein weiterer Porsche von verurteilten Betrügern. 

Minister: «Arm des Rechtsstaats reicht bis in Garage der Täter»

Bei den meisten Gegenständen handelt es sich dagegen um sogenannte «Notveräußerungen». Diese sind laut Robin Schray von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart möglich, wenn etwa wie bei Autos wegen langer Standzeiten ein erheblicher Wertverlust droht. Sollten die Tatverdächtigen am Ende doch freigesprochen werden, erhalten sie laut Schray den Erlös der versteigerten Autos zurück.

Justizminister Moritz Oppelt (CDU) will mit der Auktion auch eine Botschaft an Kriminelle senden. Verbrechen lohne sich in Baden-Württemberg nicht, so der CDU-Politiker. «Was aus Straftaten stammt, bleibt nicht bei den Tätern. Der Arm des Rechtsstaats reicht bis in die Garage der Täter», sagte Oppelt. 

Bitcoin-Erbe unterschlagen?

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur stammen Gegenstände der Versteigerung unter anderem aus dem Fall eines mutmaßlich unterschlagenen Krypto-Erbes in Millionenhöhe.

Wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung hatten Ermittler im Frühjahr Wohnungen und Geschäftsräume unter anderem in den Landkreisen Freudenstadt, Ludwigsburg und Esslingen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie Kryptowährungen im Wert von rund 64 Millionen Euro, hochwertige Autos und Motorräder, teure Uhren sowie Bargeld.

Mehrere Personen sollen nach einem Erbfall Bitcoin und andere digitale Währungen einer Erbschaft entzogen und anschließend deren Herkunft verschleiert haben, wie die Taskforce Finanzkriminalität damals mitteilte.