Infrastruktur im Visier

Landesregierung will mit Task Force Netzausbau beschleunigen

Nach Angriffen auf Energieanlagen plant Baden-Württemberg kurzfristige Maßnahmen, um die Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.

Hybride Kriegsführung, Extremwetter, Cyberattacken: Die Stromnetze stehen unter Druck. Baden-Württembergs Landesregierung plant vor diesem Hintergrund im Herbst den Start einer Task Force Netzausbau gemeinsam mit Netzbetreibern, Verbänden und Kommunen. Ziel sei es, die Kapazität des Stromnetzes zu erhöhen, um auch in Extremsituationen Engpässe vermeiden und die Stromversorgung sichern zu können, teilte ein Sprecher des Umwelt- und Energieministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Task Force solle wirksame Schritte auf den Weg bringen. Bereits innerhalb der nächsten Monate wolle man etwa die verfügbare Netzanschlusskapazität in Engpassgebieten deutlich erhöhen, kündigte das Ministerium an. Ein weiteres Ziel sei es, den derzeit von den Netzbetreibern mit zehn Jahren bezifferten Zeitraum für den Netzausbau «signifikant zu verkürzen». Dafür seien Maßnahmen mit einem Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren vorgesehen.

Die mutmaßlichen Angriffe auf Umspannwerke und andere Energieanlagen in Deutschland haben die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ermittler gehen bei den jüngsten Attacken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg oder Reutlingen von vorsätzlichen Taten aus. Auch in Baden-Württemberg gibt es Hunderte wichtiger Knotenpunkte im Stromnetz.