Experte: Hilfe Angehöriger von Demenz-Patienten essenziell
Angesichts der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz sieht ein Experte die Unterstützung ihrer Angehörigen als essenziell an. «Diese übernehmen den weitaus größten Anteil der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz, und das ist nicht nur Pflege», sagt René Thyrian vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Greifswald. «Ohne diese informelle, unbezahlte Unterstützung wäre die gesellschaftliche Herausforderung schon jetzt nicht mehr zu bewältigen.»
Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind dement. Die häufigste Ursache davon ist laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAG) die Alzheimer-Krankheit. Vor 120 Jahren - am 3. November 1906 - stellte der Psychiater Alois Alzheimer in Tübingen erstmals das Krankheitsbild vor.
Zahl der Menschen mit Demenz wird weiter zunehmen
Nach Angaben von Thyrian wird die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen allein durch den demografischen Wandel und damit die Zunahme der Anzahl älterer Personen weiter steigen. Zudem werde die Krankheit auch immer häufiger bei Menschen in jüngerem Alter diagnostiziert. «Wir stehen also vor der Herausforderung, die wachsende Zahl an Menschen mit Demenz adäquat zu versorgen, im gesellschaftlichen Leben zu halten, Teilhabe zu fördern», sagt der Experte.
Die Alzheimer-Krankheit führt zu einem Abbau der Nervenzellen im Gehirn, wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAG) schreibt. Dies schränke die Fähigkeiten der Betroffenen zunehmend ein. Bei schwerer Demenz drohen laut DAG unter anderem der Verlust der Sprache sowie der Verlust der Kontrolle über Blase und Darm. Viele könnten nicht mehr ohne Hilfe gehen, es könnten zudem Krampfanfälle auftreten, schreibt die Organisation.
Es gibt demnach zwar Medikamente für die Behandlung der Krankheit, allerdings ist sie nicht heilbar. Erkrankte könnten jedoch durch Angebote wie Kunsttherapie oder Bewegungsübungen ihre Fähigkeiten trainieren.
