Cyberkriminelle schlagen zu

Cyber-Experten warnen: Viel mehr gefälschte E-Mails durch KI

Die Zahl gefälschter E-Mails steigt rasant. Baden-Württembergische Cyber-Experten warnen vor neuen Risiken durch die Künstliche Intelligenz und fordern mehr Aufmerksamkeit für Cybersicherheit.

Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) sieht bei Angriffen mit sogenannten Phishing-E-Mails einen deutlichen Schub durch die Künstliche Intelligenz. Technische Entwicklungen erleichterten es, einen gezielten Cyberangriff durchzuführen, teilt die Agentur in ihrem Jahresbericht mit. Täuschend echte, aber gefälschte Mails nähmen zu und erhöhten die Erfolgsquote von Cyberkriminellen. 

Bei Phishing-Mails werden Empfänger etwa per Link oder Anhang dazu gebracht, Schadsoftware zu installieren oder Zugangsdaten preiszugeben.

«Jahr der Weichenstellung»

Laut Agentur ist es noch völlig unkalkulierbar, wie schnell und weitgehend die Veränderungen durch KI-Modelle voranschreiten werden. «2026 ist diesbezüglich ein Jahr der Weichenstellung», teilte die CSBW mit. 

Insgesamt habe sich die Bedrohungslage im Cyberraum für öffentliche Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen im Südwesten im vergangenen Jahr weiter verschärft, sagte CSBW-Präsidentin Nicole Matthöfer. So sei die Zahl der Fälle in Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie bei Unternehmen in kommunaler Trägerschaft im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Auch die Fälle von gefälschten Internet-Shops, gefährdeten oder offengelegten Passwörtern und Phishing-Angriffen hätten stark zugelegt. 

Die Sicherheitsagentur gibt es seit Februar 2021. Seit 2022 unterstützt sie als eigenständige Landesoberbehörde vor allem öffentliche Stellen im Kampf gegen Cyberkriminalität.