Autobauer bei US-Präsident

Audi-Chef bei Trump: Was Neckarsulms Rathauschef dazu sagt

Der Neckarsulmer Oberbürgermeister hält den Auftritt des Audi-Chefs bei Trump für unglücklich. Das Interesse des Konzerns am US-Markt versteht er dennoch.

Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) bewertet den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump als unglücklich und kritisch. 

Döllner hatte bei der Wahlkampfveranstaltung den Bau eines neuen Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia mit rund 4.500 Arbeitsplätzen angekündigt und Trump für dessen Unterstützung gedankt. Hertwig sagte der dpa auf Anfrage, er hätte einen solchen Auftritt nicht gewählt, zumal Trump mit seiner Politik maßgeblich zu den Strafzöllen auf europäische Fahrzeuge beitrage.

Das Audi-Werk in Neckarsulm mit über 15.000 Beschäftigten steht wegen der VW-Krise und Sparplänen auf der Kippe. Bis Ende Juni 2027 soll der Standort ein neues Konzept vorlegen. 

Diese haben die Absatzchancen der in Neckarsulm gebauten Autos auf dem US-Markt deutlich verschlechtert. Über Döllners Motive wisse man nichts. Deshalb sehe Hertwig den Auftritt kritisch, teile aber nicht jede der mitunter sehr scharfen Bewertungen.

Verständnis für Audis US-Kurs

Zugleich zeigte er Verständnis für das Interesse des Konzerns: Dass Audi den Dialog mit der US-Regierung suche und seine Interessen auf einem enorm wichtigen Markt vertrete, sei grundsätzlich richtig und nachvollziehbar. Auch Investitionen in den USA seien aus unternehmerischer Sicht verständlich, um die Folgen von Strafzöllen zu verringern.

Entscheidend sei nun, was aus den Kontakten folge. Ob sie zu konkreten Vereinbarungen oder einer Entlastung bei den Zöllen führten, bleibe abzuwarten. Hertwig hoffe, dass sich die Bedingungen für Audi in den USA verbessern und damit die Absatzchancen für Neckarsulm steigen. Sein zentrales Anliegen bleibe der Erhalt des Standorts.