Künstliche Intelligenz

Aleph Alpha: «Souveräne KI made in Germany»

Die deutsche KI-Firma Aleph Alpha präsentiert ein spezialisiertes Sprachmodell für Verwaltung und Industrie. Und will zeigen, dass es in Deutschland Expertise für wettbewerbsfähige KI-Modelle gebe.

Das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha hat nach eigenen Angaben ein neues Sprachmodell namens «Kolibri» für Anwendungen in öffentlicher Verwaltung und Industrie veröffentlicht. Das Modell sei für den Einsatz in der Infrastruktur gedacht, die Kunden selbst kontrollieren, teilte das Unternehmen mit.

Mit dem Schritt versucht Aleph Alpha, seine Stellung im Wettbewerb um behördentaugliche und industrienahe KI aus Europa auszubauen. Der Markt gilt als strategisch wichtig, weil viele Organisationen auf Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle über die eingesetzte Infrastruktur achten.

 «Expertise, um wettbewerbsfähige KI-Modelle zu entwickeln»

Nach den Worten von Vorstandschef Ilhan Scheer zeigt «Kolibri», «dass wir in Deutschland das Talent und die Expertise haben, um wettbewerbsfähige KI-Modelle zu entwickeln». KI-Souveränität bedeute, die Entscheidungsfreiheit durch Fähigkeiten zu bewahren, diese Technologie selbst zu entwickeln und voranzutreiben, und Kunden die Kontrolle darüber zu geben, wie sie diese einsetzen. 

Mitbegründer Samuel Weinbach sagte, «wir haben "Kolibri" speziell auf die Anforderungen deutschsprachiger Anwendungen zugeschnitten ..., damit es in Deutsch argumentieren kann.» Für Kunden sei dies ein wichtiger Schritt, um KI in alltäglichen Arbeitsabläufen nutzbar zu machen. Mit Hauptsitz in Heidelberg beschäftigt Aleph Alpha rund 200 Experten an vier Standorten in Deutschland.

KI-Lösungen für öffentliche Verwaltung und Industrie

Die Heidelberger positionieren sich seit Jahren als europäischer Anbieter für «souveräne» KI-Lösungen in Verwaltung und Industrie. Ende April kündigten Aleph Alpha und das kanadische KI-Unternehmen Cohere eine «transatlantische Fusion» an. De facto handelt es sich um eine Übernahme von Aleph Alpha durch Cohere. 

Das Gemeinschaftsunternehmen soll souveräne KI-Angebote entwickeln - insbesondere für die Bereiche Verwaltung, Finanzen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und Gesundheitswesen. Im Rahmen der Partnerschaft entwickelt das Joint Venture gemeinsam mit der Schwarz Gruppe souveräne Angebote auf deren Cloud-Plattform STACKIT. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hatte die Fusion seinerzeit mit den Worten kommentiert: «Es wird ein globaler KI-Champion entstehen».