Viele Nationen zu Gast

Warum die Heidenheimer Fechtertage im kommenden Jahr noch größer werden könnten

Alle Achtung vor diesem Einsatz! Mit einem Sieg der Franzosen beim Nationen-Weltcup gingen die Heidenheimer Fechtertage am Samstag zu Ende. Der ausrichtende HSB sorgte mal wieder für einen reibungslosen Ablauf. Im kommenden Jahr könnte noch mehr Arbeit anstehen. Dieser Herausforderung würde man sich beim HSB gerne stellen:

Die 72. Heidenheimer Fechtertage gingen am Samstag zu Ende, mit einer sportlich mal wieder sehr ausbaufähigen, organisatorisch dafür glänzenden Bilanz. Wobei Tag drei einen versöhnlichen Ausklang fand: Beim Nationen-Weltcup (Voith-Cup) belegte die deutsche Mannschaft um den HSBler Matthew Bülau den 15. Platz. „Es ist ein junges Team. Die meisten sind gerade aus dem Junioren- in den Aktivenbereich gekommen. Ole Petersen ist noch Junior. Und wenn man sieht, gegen welche erfahrenen Fechter sie angetreten sind, ist es umso bemerkenswerter“, erklärt HSB-Cheftrainer Thomas Zimmermann. Im Finale besiegte Frankreich Korea.

HSB-Hoffnungsträger Matthew Bülau kommt nach seinem Studium in den USA im Sommer zurück.

Heidenheimer Pokal: HSB glänzt als Ausrichter und freut sich auf die Rückkehr von Matthew Bülau

Ruslan Kurbanov aus Kasachstan heißt der Sieger des 72. Weltcupturniers um den Heidenheimer Pokal. Das vom Heidenheimer Sportbund organisierte Degensportspektakel – das noch einmal in der Herbrechtinger Bibrishalle stattfand – setzte im Hinblick auf Präsentation neue Maßstäbe. Wie es zur Rekordbeteiligung kam und warum es erfreuliche Nachrichten von Matthew Bülau, dem sportlichen Aushängeschild der HSB-Abteilung, gibt:
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Heidenheim/Herbrechtingen
Rekordteilnahme und ein Sieger aus Kasachstan

Der Blick richtet sich bei den Heidenheimern bereits aufs kommende Jahr, für das der HSB wieder um die Ausrichtung des Weltcupturniers kämpft. Und dabei könnte eine fundamentale Neuerung anstehen. „Wenn es klappt, dann als Doppelturnier mit Herren und Damen“, verrät Organisationschef Matthias Henkelmann.

Es galt dieses Mal ganz besonders, bei den Beobachtern des Weltfechtverbandes FIE zu punkten. Denn künftig soll pro Waffe und Kontinent nur noch ein Weltcupturnier stattfinden. Die vor etwa 30 Jahren begonnene Phase des Fecht-Tourismus mit vielen Turnieren auf aller Welt soll wieder beschränkt werden.

Dies dann aber mit Herren und Damen. Die Heidenheimer Fechtertage 2027 könnten damit zum Großereignis mit rund 700 Sportlerinnen und Sportlern werden, dazu kommen die ganzen Trainer und Betreuer. „Das sind dann schon mal 1000 Übernachtungen pro Tag. Das kann auch nur funktionieren, wenn alle mitziehen und auch die Karl-Rau-Halle wieder zur Verfügung steht“, so Henkelmann.

Das Degensportspektakel würde dann auch einen Tag länger dauern. Es müssten nicht nur mehr Fechtbahnen verlegt werden, sondern auch mehr Hotelzimmer gebucht werden. Heißt: Der Radius um Heidenheim herum müsste erhöht werden.

Spannende Kämpfe gab es im Finale des Nationen-Weltcups zu sehen. Foto: Oliver Vogel

In diesem Jahr musste der HSB nochmals nach Herbrechtingen ausweichen, die Bibrishalle erwies sich dabei wieder als bestens geeigneter Veranstaltungsort. Dabei bot sich für langjährige Beobachter der Fechtturniere ein neues Bild. Auf der Wettkampffläche waren nur noch Fechter und Kampfrichter, auch die Tribünen präsentierten sich deutlich „aufgeräumter“. Vorbei die Zeiten, in denen man die Athleten zwischen Fechttaschen und Bergen von T-Shirts beim Imbiss, Nickerchen und beim Umziehen sah.

Der Hintergrund: Die FIE macht inzwischen exakte Vorgaben, die auch bei allen großen Turnieren weltweit gleichermaßen umgesetzt werden müssen. Denn der Verband steht seinerseits wieder unter Beobachtung durch das IOC, das internationale Olympische Komitee. Es geht, man kann es sich denken, immer um den olympischen Status und die Fechtszene versucht alles, diesen zu behaupten. So gibt es mittlerweile sogar eine Übertragung im Internet und es waren aus Herbrechtingen auf dem Kanal fencingtv.com qualitativ gute Livebilder vom Heidenheimer Pokal zu sehen.

Wir können das stemmen, weil wir viele Ehrenamtliche haben, die aus dem Fechten kommen und wissen, um was es geht.

Matthias Henkelmann, Organisationschef der Heidenheimer Fechtertage

Henkelmann kann die Bestrebungen des Verbandes nachvollziehen, auch wenn das für ihn und sein rund 150-köpfiges Team zu vielen weiteren Belastungen führte. „Wir können das stemmen, weil wir viele Ehrenamtliche haben, die aus dem Fechten kommen und wissen, worum es geht“, erklärt der Turnierdirektor. Die Arbeit beginnt dabei schon Monate vor dem Turnier und beschränkt sich nicht auf das Geschehen in der Halle. Dazu gehören beispielsweise die Betreuung der Fechter, Abholdienste vom Flughafen, Organisation von Unterkünften und ein internationales Trainingscamp im Vorfeld. Dass dies in Heidenheim alles so gut funktioniert, wird von den Sportlern honoriert und spiegelte sich auch in einer Rekordbeteiligung wider.

Deshalb hofft man beim HSB, dass Heidenheim sein Weltcupturnier behalten kann, allerdings ist dies ein ständiger Kampf. Für Heidenheim sprechen Erfahrung und die Anzahl der Helfer. Die Entscheidung, welcher Standort den Doppel-Degen-Weltcup ausrichten darf, könnte demnächst fallen. Insgesamt möchte der Weltverband nur noch sechs große Turniere haben. Entweder gibt es dann fünf Weltcups und einen Grand Prix oder aber vier Weltcups und zwei Grand-Prix-Wettbewerbe.  

Fechtertage 2026. Fotos: Rudi Penk

Fechtertage 2026 in der Herbrechtinger Bibrishalle

Das vom Heidenheimer Sportbund organisierte Degensportspektakel in der Herbrechtinger Bibrishalle setzte im Hinblick auf Präsentation neue Maßstäbe. Hier Bilder:
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Herbrechtingen
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