Zu Beginn der internationalen Deutschen Meisterschaft im Sambo und Combat Sambo lief zunächst nicht alles nach Plan. Aufgrund der äußerst schwierigen Wetterbedingungen konnten einige zuvor gemeldete Teilnehmer den teils weiten Weg zur Halle des Heidenheimer Max-Planck-Gymnasiums nicht antreten.
Dennoch zeigte bereits ein Blick auf die Fahrzeuge auf dem Parkplatz, dass die Athletinnen und Athleten nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet, sondern auch aus Nachbarländern wie Frankreich angereist waren. Organisator Juri Marker und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, um trotz der Ausfälle faire Kämpfe zu ermöglichen und eine rundum gelungene Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Besonders zahlreich vertreten waren natürlich die Athleten mit der kürzesten Anreise des Sambo-Teams aus Heidenheim. Fünf der insgesamt fünfzehn Heidenheimer Kämpferinnen und Kämpfer erzählen, wie sie ihr persönliches Heimspiel wahrgenommen haben, wie sie zum Sambo gekommen sind und was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben.

Diana Chernushkina (13 Jahre, Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm):
„Ich habe bereits in der Ukraine intensiv Kampfsport trainiert. Sport war schon früh ein wichtiger Teil meines Lebens und hat mir Disziplin, Stärke und Selbstvertrauen gegeben. Nach meinem Umzug habe ich mich bewusst entschieden, diesen Weg weiterzugehen und meine sportliche Entwicklung fortzusetzen.
Da es am Samstag in meiner Gewichtsklasse keine Gegnerinnen gab, habe ich mich der Herausforderung gestellt und gegen einen Jungen gekämpft. Diesen Kampf konnte ich nach nur elf Sekunden für mich entscheiden. Dieser Moment war für mich ein ganz besonderes Highlight, weil er gezeigt hat, dass Mut, Vorbereitung und Wille entscheidend sind – unabhängig vom Gegner. In Zukunft möchte ich weiterhin mit großer Leidenschaft Sambo trainieren, mich sportlich stetig verbessern und an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Mein großes Ziel ist es, eines Tages Weltmeisterin im Sambo zu werden.“

Omran al Mthyab (20 Jahre, Gewichtsklasse bis 64 Kilogramm):
„Ich bin durch meinen Bruder zum Sambo gekommen. Der Wettkampf am Samstag war für mich etwas Besonderes, weil ich endlich nicht nur zum Zuschauen da war, sondern selbst gekämpft habe. Mein Highlight war der Moment, als ich auf der Matte stand und alle Augen auf meinen Kampf gerichtet waren. Jetzt möchte ich mich sportlich weiterentwickeln, an meinen Schwächen arbeiten und in Zukunft regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen.“

Efe Ertas (16 Jahre, Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm):
„Mein Vater hat mich damals inspiriert, mit dem Sport anzufangen. Ich habe mit ihm trainiert, seitdem ich ein kleiner Junge bin. Persönlich war es für mich ein absolutes Highlight, dass meine Familie und meine Trainingskollegen am Samstag dabei waren und mich so unterstützt haben. In Zukunft möchte ich nicht nur im Sambo, sondern auch im MMA Erfolge erzielen.“

Ion Chirica (27 Jahre, Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm):
„Mein Bruder hat mich damals mit ins Training genommen. Anschließend wurde es zu einer wahren Leidenschaft. Seitdem ist Sambo nicht nur ein Sport für mich, sondern eine Familie. Das Turnier lief für mich fantastisch. Der Höhepunkt war der letzte Kampf, der mir klargemacht hat, dass man niemals mit dem Training aufhören sollte. Für den besten Athleten gibt es immer einen noch besseren. Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, so viel wie möglich zu trainieren und an vielen weiteren Wettkämpfen teilzunehmen. Ich möchte außerdem ein Vorbild für Kinder sein, die gerade erst mit dieser Sportart beginnen.“

Ilja Laishev (28 Jahre, Gewichtsklasse über 98 Kilogramm):
„Durch einen Freund bin ich vor einigen Jahren zum Sambo gekommen und trainiere seitdem mehrmals pro Woche. Da die Gegner am Samstag in meiner Gewichtsklasse ausgefallen sind, musste ich kurzfristig vom Combat Sambo zum Sambo wechseln. Dennoch lief der erste Kampf sehr gut, ich konnte nach 30 Sekunden durch einen Armhebel gewinnen. Am schönsten war für mich aber, dass wir als Team den ersten Platz in der Gesamtwertung belegt haben. In der Zukunft möchte ich noch fleißiger trainieren, um weitere Siege einzufahren.“

Juri Maker (Veranstalter und Trainer):
„Ich bedanke mich besonders bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die ein solches Turnier nicht möglich gewesen wäre. Insgesamt bin ich mit meinen Athleten sehr zufrieden, insbesondere mit den Debütanten, auch wenn ich mir von ein paar einzelnen Kämpfern mehr erwartet hätte. Für die Sportler gilt es nun, sich ein paar Tage zu erholen und dann den Fokus auf den Wettkampf in zwei Wochen in Karlsruhe zu richten. Dieser Wettkampf ist sehr wichtig, denn er dient als Qualifikationsturnier für internationale Wettbewerbe wie die Europa- und Weltmeisterschaften.“


