Es war mit knapp 180 Kilometern die weiteste Anreise: Mit einem Reisebus ging es für die Landesliga-Handballer der TSG Schnaitheim zum Auswärtsspiel beim HC Lustenau ins österreichische Vorarlberg. Der Aufwand wurde allerdings nicht belohnt, nach der 30:31-Niederlage war Daniel Köpf ziemlich bedient. Seine Mannschaft belegt jetzt mit 16:14 Punkten den 7. Tabellenplatz. Lustenau ist Zehnter mit 10:20 Zählern.
An der Leistung seiner Mannschaft lag es aber nicht, sagt Daniel Köpf. Der 47-Jährige übt scharfe Kritik am Auftritt der beiden Schiedsrichter, die in der Szene als erfahren gelten. „Es waren teilweise krasse Fehlentscheidungen. Wir sind an Faktoren gescheitert, die wir nicht beeinflussen konnten“, so Köpf, der einige Beispiele nennt: „Versteckte Fouls, aber auch Tätlichkeiten, zum Beispiel Ellenbogenschläge gegen uns, wurden von den Schiedsrichtern nicht geahndet. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Schiedsrichter das Spiel im Griff gehabt haben.“
So sieht es der Trainer des HC Lustenau
Dem kann Martin Hämmerle nicht zustimmen. „Die Schiedsrichter waren meiner Meinung nach weniger das Problem“, sagt der Coach des HC Lustenau, der aber auch erklärt: „Das Spiel stand auf Messers Schneide. Wenn man gewinnt, ist es dann weniger das Problem.“ Besonders in der ersten Halbzeit habe das Schiedsrichterduo eine „sehr harte Linie“ gefahren. In der zweiten Halbzeit sei dies anders gewesen, so der Lustenauer Trainer, der zudem auf die Zeitstrafen verweist: gegen seine Mannschaft wurden fünf, gegen Schnaitheim zwei verhängt. Dies wiederum möchte Daniel Köpf so nicht stehen lassen. „Wir haben für Lächerlichkeiten Zweiminutenstrafen bekommen“, so der Schnaitheimer Coach.
Er betont zugleich: „Wir müssen froh sein, Schiedsrichter zu haben, in der Landesliga haben wir sogar Gespanne. Aber jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Solche Tage hatte ich als Spieler und auch als Trainer.“ Er versuche Trainer ruhig und sachlich gegenüber Schiedsrichtern aufzutreten. „Wir haben in Lindau mit neun Toren Unterschied verloren. Da habe ich aber trotzdem das Schiedsrichter-gespann gelobt“, betont Köpf. In Lustenau sei aber nicht einmal ein Gespräch mit den Unparteiischen möglich gewesen. Interessant: Das Schiedsrichtergespann hatte erst Mitte Januar den 29:28-Heimsieg der TSG Schnaitheim gegen Wangen II geleitet. Köpf sagt: „Auch da fand ich sie nicht souverän.“
Jetzt gehe es darum, das Positive rauszuziehen: „Meine Jungs haben den Kampf angenommen, in einer hitzigen Atmosphäre wirklich gut mitgehalten und Moral bewiesen“, sagt Köpf – und blickt bereits auf das kommende Heimspiel gegen Spitzenreiter TV Altenstadt am Samstag, 28. Februar (19.30 Uhr, Ballspielhalle). „Für einen Aufsteiger ist es beeindruckend, wie sie auftreten. Da ziehe ich meinen Hut davor.“
Martin Hämmerle haben wiederum die Schnaitheimer Fans in Lustenau imponiert. „Da merkt man, welch hohen Stellenwert Handball in dieser Region hat. Da ist etwas los in der Halle“, so der HC-Trainer. Für Stimmung gibt es bislang aber keine Punkte…

