War es das im Aufstiegsrennen schon für die HSG Oberkochen/Königsbronn? Im Spitzenspiel der Landesliga unterlag das Team von Trainer Tim Hoga dem Tabellenführer TV Altenstadt in eigener Halle mit 23:25. Bei nun sechs Punkten Rückstand dürfte der Zug Richtung Meisterschaft abgefahren sein.
Die Ausgangslage war angespannt. Die Niederlage zuvor beim drittletzten HC Lustenau in Österreich schmerzte, zudem verletzte sich unter der Woche ausgerechnet Topscorer Ivo Dragicevic. „Dieser Ausfall schmerzt natürlich sehr vor dem Spitzenspiel“, sagte Hoga. Immerhin saß Kreisläufer Kevin Pharion nach langer Verletzungspause wieder auf der Bank. Mehr als 350 Zuschauer verfolgten das Duell des Ersten gegen den Zweiten in der Herwartsteinhalle. Die Gastgeber starteten nervös. Nach 18 Minuten standen lediglich drei Treffer zu Buche, allerdings auch erst sieben Gegentore. Es entwickelte sich eine intensive Partie, die von den Abwehrreihen geprägt war, mit starken Torhütern auf beiden Seiten.
Schneider und Hafner als Alleinunterhalter im Angriff
Hoga lobte nach der Begegnung die Defensive der Gäste. „Das war bisher die beste Deckung, gegen die wir bisher gespielt haben“, sagte der 36-Jährige. Seine Mannschaft tat sich gegen die bewegliche Abwehr Altenstadts schwer. Rückraumschütze Colin Schneider hielt die HSG mit insgesamt elf Toren im Spiel. Zur Pause lag Oberkochen/Königsbronn mit 8:11 zurück. Von der besten Offensive der Liga war in der ersten Hälfte wenig zu sehen – wie auch Tim Hoga bemerkte. „Der Angriff war heute unser Problem“, stellte er fest.

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Nach dem Seitenwechsel verkürzten Colin Schneider und Julian Oltersdorf zunächst auf 11:12. Es folgte eine weitere torlose Phase, nach der sich die Gäste aus Altenstadt auf 15:11 (38.) absetzen konnten. In dieser Situation übernahmen Schneider und Elia Hafner Verantwortung. Zusammen erzielten sie 18 der 23 HSG-Tore, was das Angriffsspiel berechenbar machte. Hafner glich in der 46. Minute zum 16:16 aus, worauf die Halle lautstark reagierte. Der TVA nahm danach direkt eine Auszeit – die ihre gewünschte Wirkung hatte. Der Spitzenreiter erhöhte auf 20:17 und kontrollierte wieder das Tempo. Die Partie blieb umkämpft, beide Abwehrreihen arbeiteten konsequent. Fünf Minuten vor dem Spielende verkürzte die HSG noch einmal auf 20:21 und ließ die Hoffnung auf Punkte wieder aufleben.
Bei Tim Hoga überwiegt der Stolz über die starke Leistung
In Überzahl stellten die Gäste knapp drei Minuten vor dem Ende auf 24:20. Schneider betrieb mit seinen Treffern zehn und elf nur noch Ergebniskosmetik. Nach umkämpften 60 Minuten stand eine knappe 23:25-Niederlage für die HSG, die damit beide Saisonspiele gegen den direkten Konkurrenten verlor.
Hoga zeigte sich trotz der Enttäuschung gefasst. „Ich bin heute stolz auf meine Mannschaft, denn wir haben uns weiterentwickelt und ohne Ivo und Niklas eine tolle Abwehr gespielt“, sagte er. „Die Fortschritte im Training sind sichtbar, deshalb bin ich mit der Leistung heute zufrieden.“ Auf die Frage nach der Zielsetzung erklärte er: „Wir wollen natürlich die bestmögliche Platzierung, aber Platz zwei wollen wir nicht als Ziel ausgeben.“ Die Relegation sei „brutal schwer mit den Verletzten“ und es gehöre ganz viel Glück dazu, sagte der HSG-Trainer. „Wir denken von Woche zu Woche und wollen uns weiterentwickeln.“ Mit Blick auf die Meisterschaft stellte er klar: „Der Aufstiegsplatz ist Altenstadt wohl nicht mehr zu nehmen!“
Namen und Zahlen zum Spitzenspiel
HSG: Gnatzig, Schweikert – Lumpp, Trittenbach (1), Richardon, Siegels, Eckardt (2), Hug (2/2), Hafner (7), Oltersdorf (1), Balle, Pharion, Grohsler, Schneider (11), Jäschke.
Zeitstrafen: HSG Oberkochen/Königsbronn: 3 (Trittenbach, Eckardt, Balle), TV Altenstadt: 4.
Strafwürfe: HSG Oberkochen/Königsbronn: 2 (2 verwandelt), TV Altenstadt: 3 (2).
Zuschauer: 350.
Schiedsrichter: Burim Kryeziu und Kujtim Kryeziu (TG Biberach).

