Trotz vieler Ausfälle und des ganzen Ärgers nach dem Hinspiel gelang den Steinheimer Handballern am Samstagabend die Revanche gegen den SC Vöhringen. Ihren Anteil am äußerst wertvollen 26:25-Sieg hatten auch einige reaktivierte Spieler.
Das war die richtige Antwort auf das letzte Spiel im alten Jahr, welches in Vöhringen mit einem Tor verloren wurde. Nach vielen strittigen Entscheidungen und hitzigen Diskussionen nach dem Spiel hatte das Sportgericht des Handballverbandes Württemberg aufgrund des Berichts des Schiedsrichters die Steinheimer Tim Baur und Marc Zeger für jeweils vier Spiele gesperrt.
„Ehemalige“ verhalfen zum Sieg
Dass es nun im Rückspiel in der Gerstetter Georg-Fink-Halle dennoch zu einem Sieg reichte, ist auch ein Verdienst ehemaliger Spieler, welche aushalfen. Erfreulich ist zudem, dass Linkshänder Maximilian Rau nach seiner längeren Verletzungspause zumindest wieder auf der Bank saß, auch wenn er am Samstag lediglich für einen Strafwurf auf der Platte stand.
Trainer Klaus Nissle ist diese Saison nicht zu beneiden. Etliche Ausfälle hatte der Coach des TV in der laufenden Runde schon zu verkraften und mit den Sperren seiner beiden Stammkräfte Baur und Zeger verschärfte sich die personelle Situation erneut. Die ehemaligen TV-Spieler Andreas Kieser und Tobias Fitzke halfen nun in der Not und steuerten jeweils drei Treffer zum Erfolg bei. „Bei Ali Kieser war es relativ schnell klar, bei Tobias Fitzke kam die Zusage auch, worüber ich sehr froh war“, sagte Nissle zur Reaktivierung der beiden ehemaligen Mannschaftskollegen.
Knappe Führung zur Pause
Vor knapp 150 Zuschauern in Gerstetten gestaltete sich das Spiel gegen Vöhringen erwartungsgemäß kampfbetont, wobei es die Gastgeber, wie schon einige Male zuvor, versäumten, das Spiel an sich zu reißen. „Wenn Sachen aus dem Training nicht umgesetzt werden, in Kombination mit leichten und unnötigen Fehlern, bringt mich das schon zur Weißglut“, so Nissle nach der Begegnung. Seine Mannschaft konnte dennoch bis zum Ende der ersten Halbzeit einen Drei-Tore-Vorsprung herauswerfen – nicht zuletzt dank des treffsicheren Alexander Herbrik und einiger Paraden von Torhüter Jannik Brosi.
In der zweiten Halbzeit ließen die Steinheimer dann Vöhringen besser ins Spiel kommen. Viele vergebene Chancen und leichte Ballverluste führten dazu, dass die Gäste auf einmal in der 47. Minute plötzlich mit zwei Toren in Führung lagen (17:19). Wieder war Brosi, der ein herausragendes Spiel machte, zur Stelle und bewahrte seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand. In der 52. Minute stellte dann Kieser wieder die Führung für seine Farben her.
Brosi hält den Sieg fest
Immer wieder konnte Vöhringen in der Folge ausgleichen. Der Siegtreffer der Hausherren fiel bereits 65 Sekunden vor Schluss durch Tobias Fitzke. Vöhringen hatte noch zwei große Chancen, die aber Brosi beide zunichte machte. „Für mich war er der Matchwinner heute, so wie er die beiden Chancen kurz vor Schluss herausragend parierte“, so Nissle.
Im Hinblick auf die nächsten Aufgaben war der Sieg für Steinheim natürlich Gold wert. „Ich habe mich heute dank einer geschlossenen Leistung meiner Mannschaft sehr über den Sieg gefreut. Mit Treffelhausen und Altenstadt kommen zwei Topteams, gegen die es sehr schwer wird“, blickt Nissle auf die nächsten Aufgaben. Zumindest hat man sich mit dem Erfolg im Kampf gegen den Abstieg weiter Luft verschafft.
Die Vorfreude steigt
Der Klassenerhalt wäre für die Steinheimer auch mit Blick auf die Rückkehr in die Wentalhalle wichtig. „Wenn man bedenkt, dass in der Wentalhalle am Samstagabend teilweise 400 bis 500 Zuschauer da waren und man hier vor 150 bis 200 Zuschauern spielt, hofft man schon, dass dies dann wieder zurückkommt“, schwelgt Nissle in Erinnerungen an die langjährige Spielstätte, welche vor fast genau vier Jahren abgebrannt ist. Der Neubau an alter Stelle soll aller Voraussicht nach im Sommer eingeweiht werden. Was seine weitere Tätigkeit als Trainer der Männermannschaft betrifft, meinte Nissle abschließend: „Wir befinden uns in Gesprächen.“
Event zur Rückkehr in die Wentalhalle
Stefan Müller, der sportliche Leiter der Steinheimer Handballer, geht von einem weiteren Jahr in der Landesliga aus und blickt ebenfalls schon nach vorn. „Die Mannschaft bleibt zusammen und wir werden noch nach Verstärkungen suchen“, so der 48-Jährige. Seine Vorfreude auf die neue Spielstätte steigt natürlich ebenfalls. „Ich gehe zu 99 Prozent davon aus, dass wir nächste Saison in der neuen Wentalhalle spielen werden“, sagt Müller und kündigt zur Rückkehr eine besondere Veranstaltung an. Wie genau das Event im September aussehen wird, ist noch geheim, eines konnte der ehemalige Kreisläufer des TV Steinheim aber schon verraten. „Der ehemalige Nationalspieler Dominik Klein wird kommen.“
Die Spannung steigt, was den Umzug zurück an die alte Wirkungsstätte betrifft. Man möchte wieder an alte Zeiten anknüpfen beim TV Steinheim. Bis dahin sind es noch fünf „Heimspiele“ in der Gerstetter Georg-Fink-Halle, welche für über vier Jahre die sportliche Heimat der Steinheimer war.
Namen und Zahlen
TV Steinheim – SC Vöhringen 26:25 (13:10)
Steinheim: Brosi, Bader, Schuster; Herbrik (11), Fitzke (3), Schendzielorz, Pharion, Kolb (5), Laible (2), Rau, Hungerbühler (2), Kieser (3), Gaiser
Siebenmeter: Steinheim 1/0 – Vöhringen 3/1
Zeitstrafen: Steinheim 4 (Fitzke 2, Herbrik, Laible) – Vöhringen 3
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Vincent Maass und Kai Füller

