Happy Birthday: Martin Sträßle eröffnete die Feierstunde zum 100-jährigen Bestehen der Handballabteilung der TSG Schnaitheim. Der Abteilungsleiter, der seit mehr als 25 Jahren an der Spitze der Abteilung steht, zeichnete die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nach. Mit sichtbarem Stolz verwies der 60-Jährige auf inzwischen über 650 Mitglieder in der größten Abteilung der TSG und auf zahlreiche sportliche Erfolge.
Im Anschluss sprach Simone Maiwald zu den Gästen. Die Heidenheimer Bürgermeisterin bekannte, die Handballer im Vorfeld „gegoogelt“ zu haben, und stieß dabei auf das legendäre Freundschaftsspiel im Jahr 1953 gegen den großen FC Barcelona, das die Schnaitheimer gewannen. Maiwald würdigte insbesondere das Ehrenamt und die engagierte Jugendarbeit. Auch Heiko Griebel, Bezirksvorsitzender Oberschwaben-Ostalb und zuständig für 80 Vereine, überbrachte Glückwünsche. Mit einem Augenzwinkern merkte er an, die Handballabteilung der TSG sei zwei Jahre älter als Micky Maus. TSG-Vorstand Wolfgang Schön schloss sich den Gratulanten an.

Zu den bewegendsten Momenten zählten die Erinnerungen von Rolf Krafft. Das 85-jährige Handball-Urgestein gehört seit 1956 zur Schnaitheimer Handballfamilie. Er berichtete vom Bau der 1960 eingeweihten Karl-Rau-Halle und von beschwerlichen Auswärtsfahrten in Zeiten eingeschränkter Mobilität. „Da mussten wir einmal im Stellwerk übernachten, weil kein Zug mehr nach Heidenheim fuhr“, erzählte er schmunzelnd. Auch die stets gute Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgermeister Rainer Domberg hob er hervor, der dies im Saal bestätigte. Im Anschluss folgten Videogrußbotschaften.
Überraschend richtete auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir Worte an die TSG. Er stand einst selbst im Handballtor und würdigte das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. Heideköpfe-Teammanager Klaus Eckle und Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim, erinnerten ebenfalls an persönliche Berührungspunkte mit den Schnaitheimer Handballern.

Ein Handballquiz und eine Podiumsdiskussion rundeten das Programm ab. Jugendleiter Michael Brosi, der künftige Abteilungsleiter Jochen Ruoff sowie Jugendtrainerin und Frauenspielerin Julia Engelhart sprachen über die Nachwuchsarbeit und die künftige Ausrichtung. Ruoff betonte, dass zahlreiche Herausforderungen bevorstünden und es gelte, die vielen Helfer mitzunehmen. Laut Sträßle hat die Abteilung ihre bis 2026 gesetzten Ziele erreicht. Sie sei wirtschaftlich gesund und verstehe sich als große Familie, deren Nachwuchsarbeit vielfach Anerkennung finde. Dies solle auch künftig das Aushängeschild bleiben.
Der Abend klang mit dem gemeinsamen Singen des Vereinslieds und einem geselligen Beisammensein aus. Gefeiert wurde das Jubiläum an drei Tagen: mit einem Vatertagshock, einem Familientag in der Ballspielhalle sowie dem DJ-Event „Harzbeat“ in der Turn- und Festhalle. Ein weiteres Highlight ist geplant: ein Jubiläumsspiel gegen die Bundesligahandballer von Frisch Auf! Göppingen soll folgen, ein Termin steht noch aus.
Simon Abele führte durch den Abend
Durch das Programm führte Simon Abele, Abteilungsleiter der Leichtathleten, Hallensprecher bei Heimspielen und augenzwinkernd als „Stimme der Vernunft“ bekannt.

