Das hatte weh getan: Nach fünf erfolgreichen Spielzeiten beim SC Hermaringen zog es Patrick Mair zur Saison 2022/23 zur neu gegründeten Spielvereinigung Bachtal (ein Zusammenschluss der Fußballabteilungen des SV Altenberg, der Eintracht Staufen sowie der Eintracht Landshausen). Hier wurde der Stürmer im Januar 2023 Nachfolger von Roland Häge und war fortan Spielertrainer bei der SpVgg. Nach drei Jahren ist aber Schluss. Mair kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er noch immer ein sehr hohes Ansehen genießt.
Die Gründe für das Comeback sind vielfältig. Im vergangenen halben Jahr sei er bei der Spielvereinigung Bachtal mehr als Trainer, denn als Spieler gefordert gewesen. „Wenn, dann habe ich mich eingewechselt. Mir hat es gefehlt, Spieler zu sein. Ich möchte einfach mehr spielen“, sagt Mair, der beim SCH nicht dem Trainerteam angehören wird. Zudem hat der Accountmanager (Business-Development) einen neuen Job angetreten und könne noch nicht einschätzen, wie groß der Zeitaufwand wird. Der SC Hermaringen, der in der Fußball-Kreisliga A3 als Tabellenelfter den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, kam da mit seiner Anfrage zur rechten Zeit. Auch, weil der Verein für ihn eine Herzensangelegenheit sei, wie Patrick Mair betont.

Für die SpVgg Bachtal, die in der Kreisklasse West 2 spielt, kam der Abgang wiederum nicht überraschend, wie Christoph Burkhard sagt. „Patrick hatte uns im Sommer darüber informiert, dass es wahrscheinlich seine letzte Saison werden wird. Er hat auch gesagt, dass er vielleicht schon im Winter gehen wird“, so der 2. Vorsitzende der SpVgg, die mit Benjamin Demirovic bereits intern einen Nachfolger gefunden hat.
„Weil sich für uns die Tür einen Spalt weit aufgetan hat, haben wir uns um Patty bemüht“, sagt demgegenüber Christian Caro. Der Abteilungsleiter des SC Hermaringen der mit Mair noch zusammengespielt hat, freut sich, dass es dem Verein in der Winterpause gelungen ist, „einen echten, gestandenen Neuner“ verpflichtet zu haben. „Unsere Jungs machen das echt super. Aber Patty ist ein Torjäger, der uns noch gefehlt hat“, so Caro.
Es kann schon sein, dass ein bisschen Kondition fehlt. Aber Antis wird das schon hinbekommen.
Patrick Mair, im Scherz im Hinblick auf Hermaringens Trainer Chrisovalantis Chalkidis
Patrick Mair seinerseits möchte mit dem SC Hermaringen „einfach richtig Spaß haben“ und eine möglichst gute Rückrunde hinlegen. Es sei auch nicht geplant, dass er nur bis Sommer bleibe, sondern wolle so lange spielen, „wie mich meine Füße tragen“. Allerdings müsse er erst noch wieder richtig fit werden, da er als Spielertrainer der Spielvereinigung sich die ein oder andere Laufübung gespart habe, scherzt der 35-Jährige. „Es kann schon sein, dass ein bisschen Kondition fehlt. Aber Antis wird das schon hinbekommen“, sagt Mair mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf Hermaringens Coach Chrisovalantis Chalkidis – und fügt an: „Alles andere verlernt man nicht.“
So wie den Genuss eines inzwischen in Hermaringen etwas in Vergessenheit geratenen Kultgetränks, der Mair-Schorle. „Die müssen wir im Clubhaus wieder einführen“, sagt der Stürmer lachend über die Roséwein-Fanta-Schorle, die im Maßkrug gereicht wird.

Auf dem Feld wird Patrick Mair aber natürlich für das Toreschießen zuständig sein. „Wir haben unser Augenmerk auf die Offensive gelegt, um hier den Konkurrenzkampf zu beleben“, sagt Chrisovalantis Chalkidis im Hinblick auf die ausbaufähige Chancenverwertung seiner Mannschaft. Mair sei der Spieler, der dem SCH gefehlt habe.
Der 42-Jährige hebt aber auch andere, junge Spieler hervor. So kommt Raphael Fanselow vom FV Sontheim nach Hermaringen. Der 18-Jährige gehörte zum Sontheimer Landesligakader (elf Einsätze), kennt Chalkidis aber noch vom FC Gundelfingen. „Er bringt mit seinen jungen Jahren schon eine unheimliche Qualität mit“, sagt Chalkidis über Fanselow, der in der Offensive auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann, sich aber auf der Achter- oder Zehnerposition am wohlsten fühlt. Auch von dieser Verpflichtung ist Christian Caro angetan. „Raphael hat sehr viel Potenzial. Solche Spieler wie ihn und Patty zu bekommen ist nicht einfach in der Winterpause. Wir wollen weiter auf junge Spieler setzen. Diese können wiederum von erfahrenen Spielern wie Patty viel lernen“, erklärt der Abteilungsleiter.
Chrisovalantis Chalkidis setzt gerne auf junge Spieler wie zum Beispiel Patrick Reiber (21) oder Nils Rieger (20). Der Hermaringer Coach hebt aber auch Tim Frieß hervor. „Bei Tim kann man sehen, wie es gehen kann, wenn man denn will. Für ihn ist es die zweite Saison bei den Aktiven, er ist gewissermaßen aber schon ein Führungsspieler“, sagt Chalkidis über der 18-Jährigen.
Vom Coach gibt es aber auch eine klare Anweisung: „Die Vorrunde war nichts. Das sind nicht wir“, sagt der Bolheimer über die Platzierung. „Jetzt müssen wir uns wieder Selbstvertrauen erarbeiten. Mal sehen, was am Ende herausspringen wird.“
Der SC Hermaringen startet am 26. Januar mit der Vorbereitung
Die Winter-Vorbereitung beginnt beim SC Hermaringen am 26. Januar. Bislang sind vier Testspiele, jeweils auf Kunstrasen geplant. Gespielt wird gegen die SpVgg Bachtal, den SV Mergelstetten, den TV Gundelfingen und gegen Viktoria Wasseralfingen. Trainer Chrisovalantis Chalkidis würde gerne noch ein weiteres Freundschaftsspiel bestreiten.

