Bis vor einigen Jahren hatte der Winter den Fußball immer mal wieder gut im Griff, den Klubs blieb meist nichts anderes übrig, als auf Schnee zu trainieren und teilweise auch Punktspiele auf diesem Untergrund auszutragen. Inzwischen sind es meistens nur noch kurze Phasen, in denen – wie in den vergangenen Wochen – ein gleichmäßiges Weiß das satte Grün verdrängt. Dann herrscht Ruhe und nur gelegentlich wirft ein Mitarbeiter der Gemeinde oder des Vereins – der klassische Platzwart wurde natürlich längst vom Greenkeeper oder einem Rasen-Team abgelöst – einen prüfenden Blick auf den Platz.
TSG Schnaitheim hat ein Fünferteam
Zu diesen Vereinsmitarbeitern zählt beispielsweise Matthias Kolb von der TSG Schnaitheim, der nicht nur immer noch wichtiger Spieler und Torjäger sowie Mitglied der Abteilungsleitung ist, sondern auch einem fünfköpfigen Team angehört, das sich seit etwa fünf Jahren um die Pflege der zwei Rasen- sowie des einen Hartplatzes auf dem Moldenberg kümmert.
Und dabei fällt einiges an. Ein solcher Platz muss unter anderem gedüngt, belüftet, getrimmt und gewalzt werden, die Greenkeeper behalten die Insektenwelt im Blick, befüllen Löcher mit Sand. Immerhin: „Wir haben seit drei Jahren einen Mähroboter, das hilft natürlich sehr“, sagt Kolb der sich viel mit dem Thema beschäftigt und auch als „Hobby-Landwirt“ zu gewissem Fachwissen kam.
Zusammen mit Heiko Karnisky, Benjamin Kolb, Leon Kiefer und Heiko Elbert betreibt er großen Aufwand, die Schnaitheimer bekommen aber auch viel Zuspruch ihren Rasen. „Dass der 1. FC Heidenheim mit seiner U19 und U17 hier Spiele ausgetragen hat, ist schon eine Bestätigung“, so Kolb.
Derzeit sind die Plätze tabu
Derzeit ist aber wirklich mal Ruhe. „Solange Schnee draufliegt, haben wir keine Arbeit. Man darf auch auf keinen Fall auf dem Platz trainieren, durch den Druck würde ein Pilz entstehen“, erklärt Kolb, sieht die derzeitige Wetterlage dabei nicht negativ: „Wenn die Plätze mal richtig durchfrieren, hilft das gegen die Insekten und Regenwürmer.“
Ganz ruhig ist es auf dem Moldenberg trotzdem nicht, Leichtathleten und Discgolfer sind unterwegs und im Clubhaus ist natürlich auch immer etwas geboten. Die Bezirksligafußballer starten demnächst wieder mit dem Training, können aber auf den Kunstrasenplatz am Fischerweg ausweichen.

Der Rasen des VfL Gerstetten spürt derzeit ebenfalls keine Fußballerbeine – und das vermutlich noch einige Zeit lang. „Wir haben mit rund 750 Metern einen der höchstgelegenen Plätze weit und breit“, sagt Abteilungsleiter Rainer Schaller. In Gerstetten kümmert sich die Gemeinde um den oberen, der Verein für den unteren Platz, derzeit herrscht aber winterliche Ruhe.
Gerstetter Gipfelstürmer
Die Fußballer beginnen erst am 27. Januar wieder mit dem Training, müssen sich bis dahin natürlich individuell fit halten. Dann – so fürchtet Schaller – wird es erst einmal in die Halle gehen und vor allem die Jugendmannschaften werden noch einige Zeit auf Parkett statt auf Rasen trainieren.

In Steinheim werden die Plätze vom Verein gepflegt. „Wir haben da ein Team mit ein paar Rentnern“, berichtet Johannes Adler. Die dürfen derzeit aber eine Pause einlegen, das Hauptspielfeld und der Trainingsplatz sind gesperrt, sie vom Schnee zu räumen, würde noch keinen Sinn ergeben.
Auf Kunstrasen ausweichen
Wenn die Aktiven im Februar wieder ins Training einsteigen, müssen auch sie auf Kunstrasenplätze in der Umgebung ausweichen, was natürlich mit Kosten verbunden ist. Adler sieht aber auch einen Vorteil, da der Frost die Insekten vertreibt. Insgesamt haben die Steinheimer keine großen Probleme mit ihren Plätzen. „Ich hoffe jetzt nur, dass es im März, wenn es wieder losgeht, nicht zu viel regnet“, sagt Adler, der sich eine Saison bis weiter in den Sommer hinein wünschen würde.


