Bisher war Marvin Pieringer noch nie für das „Tor des Monats“ der ARD-Sportschau nominiert, aber nun könnte es soweit sein. In der 15. Minute brachte Jan Schöppner eine Flanke scharf in den Strafraum, Pieringer bekam den Ball mit dem Rücken zum Tor auf Brusthöhe – eine fast unmögliche Position für einen Abschluss. Doch mit einer Art (Um-)Fallrückzieher traf der 26-Jährige über den überraschten Kölner Torwart Marvin Schwäbe hinweg zum 1:0.
„Es war ein Moment, in dem man nicht viel nachdenkt. Ich will ihn zwar so treffen, aber dass ich so treffe, hätte ich selbst nicht gedacht“, sagt Pieringer, der sich über sein zweites Saisontor aber nur bedingt freuen konnte: „Die Enttäuschung überwiegt heute leider. Wir wollten hier heute drei Punkte einfahren. Wenn du es zweimal schaffst, zu Hause gegen Köln in Führung zu gehen, musst du den Laden dichthalten. Wir hatten zu viele einfache Fehler im Spielaufbau.“
Premierentreffer für Nieheus
Sein erstes Tor in der Bundesliga erzielte Julian Nieheus, der nach dem Spiel noch hin- und hergerissen war. Dem Treffer und einer weitgehend guten Leistung im zentralen Mittelfeld stand ein Fehlpass vor dem 2:2 gegenüber, dann fälschte der 24-Jährige auch noch El Malas Schuss unglücklich ab. „Es war ein sehr wildes Spiel. Wir sind zweimal in Führung gegangen und haben durch zwei unnötige Fehler zu schnell die Gegentore eingefangen. Wir haben einen Punkt, wollten aber drei“, sagt Nieheus.
Wir haben einen Punkt, wollten aber drei.
Julian Nieheus
Für ihn war es jetzt erst das zweite Spiel über 90 Minuten nach seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss vor der Saison 24/25) und er sieht noch Verbesserungsbedarf: „Ich hatte einige gute Aktionen, aber auch einige nicht so gute. Wenn ich ein Kopfballduell gewinne, dann muss der Ball auch bei einem Mitspieler ankommen.“
Zwischen Glück und Pech
Nach dem sehr wechselhaften Spiel fiel Niklas Dorsch eine Bewertung schwer: „Zwischendurch müssen wir das 3:1 machen, am Ende haben wir Riesenglück, nicht noch zu verlieren. Es war wie das Wetter heute ganz komisch“, sagt der Mittelfeldmann und sieht insgesamt ein leistungsgerechtes Unentschieden. „Gerade nach den Führungen sei man vielleicht zu passiv gewesen. Das ist vielleicht auch ein Lernprozess, wir dürfen uns nicht zu tief fallen lassen“, so Dorsch, der mit einigen guten Pässen glänzte, aber auch in der Abwehr ackerte.
Der 27-Jährige erwarte nun ein knallhartes Duell in Mainz: „Wir müssen jetzt schnell regenerieren, so viele englische Wochen hatten wir noch nicht. Und am Dienstag heißt es dann wieder: komplett Abstiegskampf annehmen, sich in alles reinwerfen.“

