Kevin Müller auf der Tribüne

So ist die neue Hierarchie bei den FCH-Torhütern

Es ist ein großer Einschnitt: Gegen Köln stand Torhüter Kevin Müller am Samstag erstmals nicht im Spieltagskader. Frank Feller war nach überstandener Verletzung der Ersatzkeeper, Publikumsliebling „Mü“ nahm auf der Tribüne Platz.

Es kam nicht mehr überraschend, dennoch müssen sich alle Fans und Beobachter erst einmal daran gewöhnen: 2015 kam Kevin Müller zum 1. FC Heidenheim, wurde im zweiten Jahr Stammtorhüter und absolvierte bis heute über 300 Partien für den FCH. Dabei waren viele herausragende Spiele, der gebürtige Rostocker hatte großen Anteil am Aufstieg in die Bundesliga und dem zweimaligen Klassenerhalt, stand bei den Fans stets hoch im Kurs.

Zu dieser Saison lieh der FCH Diant Ramaj aus. Der noch junge, aber schon international erfahrene Keeper wurde die neue Nummer eins. Gleichzeitig musste Heidenheims Eigengewächs Frank Feller nach seinem Außenbandriss im Trainingslager eine Pause einlegen und Müller nahm die Rolle des zweiten Torhüters ein.

Der FCH und Köln – hier Julian Niehues im Zweikampf mit Sebastian Sebulonsen – lieferten sich zum Wiederbeginn einen munteren Schlagabtausch.

Formcheck zum Wiederbeginn: Wie ist das 2:2 des FCH gegen Köln zu bewerten?

Es war ein unerwartet unterhaltsamer Wiederbeginn und am Ende ein wohl gerechtes Ergebnis: In einem wilden Spiel mit vielen Torchancen trennten sich der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Köln am Samstag 2:2. Marvin Pieringer und Julian Niehues brachten den FCH zweimal in Front, doch den Gästen gelang jedes Mal die Antwort. Wie ist das Unentschieden aus Sicht der Schmidt-Truppe zu bewerten?
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Nun war „Mü“ erstmals nicht im Aufgebot. Trainer Frank Schmidt erklärt dazu: „Wir haben Diant Ramaj nach der Verletzung von Frank Feller als Nr. 1 verpflichtet und ich denke, man hat auch heute wieder gesehen, warum. Dann war klar, dass Frank ausfällt und es einige Zeit dauert, bis er wieder bei 100 Prozent ist. Das ist jetzt der Fall, schon im Dezember hat er wieder voll mittrainiert, mit Beginn der Vorbereitung hat er sich noch mal gesteigert. Er ist nicht nur gesund, er zeigt gute Leistungen und sieht seine Zukunft hier. Deshalb war für uns klar, und da bin ich mit unserem Torwarttrainer einer Meinung, dass wir Frank Feller für die Rückrunde als Nr. 2 aufzubieten.“

Ganz leicht fiel ihm diese Entscheidung sicher nicht: „Wir wissen, was Kevin Müller für uns geleistet hat, und dass das kein ganz einfaches Gespräch war, kann sich jeder vorstellen. Aber ich bin kein Mensch, der zu lange an der Vergangenheit festhält“, sagt Schmidt und richtet den Blick gleich wieder auf das große Ganze: „Entscheidend ist, wie wir uns als Mannschaft verhalten, wie wir zusammenhalten, wie jeder bereit ist – egal welche Rolle er gerade hat.“

Ob Müllers Abschied vom FCH damit bevorsteht, ist noch offen. Der 34-Jährige hat ja immer wieder betont, dass die USA ein reizvolles Ziel für ihn wären. Die Wechselphase in der Major League Soccer beginnt erst Ende Januar. Es ist aber auch möglich, dass der Torhüter den Heidenheimern noch länger erhalten bleibt.