Fußball-Bundesliga

Formcheck zum Wiederbeginn: Wie ist das 2:2 des FCH gegen Köln zu bewerten?

Es war ein unerwartet unterhaltsamer Wiederbeginn und am Ende ein wohl gerechtes Ergebnis: In einem wilden Spiel mit vielen Torchancen trennten sich der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Köln am Samstag 2:2. Marvin Pieringer und Julian Niehues brachten den FCH zweimal in Front, doch den Gästen gelang jedes Mal die Antwort. Wie ist das Unentschieden aus Sicht der Schmidt-Truppe zu bewerten?

Die Daten: Trotz der winterlichen Verhältnisse war der Rasen in der Voith-Arena recht gut bespielbar. In Sachen Ballkontrolle und Standfestigkeit zeigte sich kein Unterschied zwischen den bei diesen Verhältnissen trainierenden Heidenheimern und den direkt aus Spanien kommenden Kölnern. Beide Teams hatten am Samstag auf jeden Fall ihre Stärken eher in der Offensive, und so sahen die Zuschauer vier Treffer, 35 Torschüsse (FCH 14/Köln 21) und zahlreiche hochkarätige Chancen. Auch die Laufleistung (FCH 122,38 km/Köln 123,13 km) konnte sich sehen lassen.

Die Mannschaftsteile: Heidenheims Viererkette zeigte keine wirklich schlechte Leistung, hatte aber doch einige Probleme mit den schnellen Angriffen der Gäste. So konnte man sich des Öfteren bei Torhüter Diant Ramaj bedanken, der gute Reflexe zeigte und immer wieder genau richtig stand – oder eben wie bei der finalen Szene in der Nachspielzeit von Kölns Rangar Ache angeschossen wurde. Im defensiven Mittelfeld gewann Julian Niehues viele Kopfballduelle, insgesamt muss der FCH aber mehr aus diesen Ballgewinnen machen.

Ganz ehrlich, mich kotzt dieses Unentschieden heute an.

Frank Schmidt, FCH-Trainer

Offensiv zeigten sich die Heidenheimer, die mit 15 Treffern aus 16 Spielen noch nicht überzeugen konnten, etwas verbessert. Niklas Dorsch rückte etwas weiter nach vorn und zeigte besonders in der ersten Halbzeit als „Achter“ auf der linken Seite eine herausragende Leistung. Er leitete viele Angriffe ein und war doch gleichzeitig stark in der Arbeit gegen den Ball. Ganz vorn machte es Marvin Pieringer nicht nur wegen seines sensationellen Treffers gut, es fehlt jedoch ein zweiter torgefährlicher Stürmer.

Die Einschätzung des Trainers: In der ersten Halbzeit hätte der FCH das 3:1 machen und damit vielleicht eine Vorentscheidung herbeiführen können. Die zweiten 45 Minuten gingen aber an die Kölner und angesichts der großen Chancen am Ende konnten die Gastgeber über den Punktgewinn sogar noch froh sein. Es zeichnet Frank Schmidt aus, dass er dennoch nicht zufrieden war: „Ganz ehrlich, mich kotzt dieses Unentschieden heute an“, sagte der Heidenheimer Trainer nach der Partie und fasste das Spiel so zusammen: „Auf der ersten Halbzeit können wir de facto aufbauen, was in der zweiten Halbzeit war, müssen wir ganz schnell abstellen.“

Die personellen Alternativen: Hier zeigte sich der größte Unterschied zwischen den beiden Mannschaften. Während Köln nicht nur mit Edel-Joker Said El Mala – der dann auch nach gerade mal zweieinhalb Minuten zum 2:2 traf – viel Qualität einwechselte, kamen beim FCH kaum Impulse von der Bank. „Ich habe oft gelobt, dass wir nach Wechseln neue Energie bekommen – das war heute leider nicht der Fall. Wir sind im Gegensatz zum Gegner mit den Einwechslungen leider schlechter geworden“, bestätigt Schmidt. Da wird es der Coach gerne hören, dass der FCH-Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald nochmals bestätigte, dass sich der Verein weiterhin intensiv um Verstärkungen in der Winterpause bemüht und nun auch kurz vor einer Verpflichtung stehe.

Ein zweiter Conteh für den FCH?

Und bei dieser handelt es sich wohl um Christian Conteh, den Bruder des FCH-Spielers Sirlord Conteh. Laut einem Bericht von „Sky“ steht der 26-jährige Flügelstürmer des Zweitligisten Eintracht Braunschweig kurz vor einer Unterschrift in Heidenheim. Christian Conteh zeigte in der laufenden Zweitliga-Hinrunde gute Leistungen, kommt bisher auf vier Tore und drei Assists für die abstiegsbedrohten Braunschweiger. Sein Vertrag würde im Sommer auslaufen, der aktuelle Marktwert liegt laut „transfermarkt.de“ bei rund 800.000 Euro.